Sport : Ein Mehdorn muss her!

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Am Anfang stand eine vom Klub schlecht kommunizierte Preiserhöhung von Eintrittskarten. Am Ende könnte Chaos stehen. Wenn die Eisbären am Mittwoch in das Play-off-Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers starten, wollen einige über die Preispolitik ihres Lieblingsklubs verärgerte Fans mit Aktionen die Harmonie in der Halle empfindlich stören. Der harte Kern der Anhänger droht mit Liebesentzug, will dem Heimspiel fernbleiben und hat die Fan-Busse für das Auswärtsspiel in Hamburg am Freitag storniert. Den Boykott will im Verein natürlich keiner. Und so haben sich in den vergangenen Tagen bei den Eisbären einige Menschen dazu mehr verzweifelt als konstruktiv geäußert. Von Geschäftsführer Billy Flynn bis zum ehemaligen Spieler Sven Felski. Deutlich haben sie den Standpunkt des Klubs nicht machen können. Es ist keiner da, der dem Angriff der Fans auf gleicher Ebene begegnet. Den Eisbären fehlt in der Krise ein Kopf.

Mag es ansonsten eine sympathische Seite des Eishockeyserienmeisters sein, dass im Erfolg kein Funktionär seine Profilneurosen auslebt, so ist es in einer schweren Phase eine Schwäche, dass es keinen starken Menschen gibt, der abfängt, abwehrt oder abfedert und vor allem kommunizieren und vermitteln kann.

Denn so paradox es klingen mag: Die Berliner sollten ihren verärgerten Fans dankbar sein, dass sie die größte Schwachstelle im Klubsystem offenlegen und daraus für die Zukunft lernen: Die Eisbären brauchen einen Hartmut Mehdorn. Denn noch schlimmer als eine Krise ist eine Krise ohne Gesicht.

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