Sport : Ein Meister kommt

Alba verpflichtet NBA-Champion Mike Penberthy

Benedikt Voigt

Berlin - Als Marco Baldi vor vier Jahren in Los Angeles ein NBA-Spiel besuchte, wunderte er sich über einen Spieler der Los Angeles Lakers. „Ich wusste gar nicht, dass der jetzt hier spielt“, sagte der Vizepräsident und erklärte seinem Sitznachbarn, dem Alba-Präsidenten Dieter Hauert, dass dieser Spieler im vorherigen Jahr noch beim Bundesliga-Absteiger Hamburg aktiv gewesen ist. „Der wollte mir das gar nicht glauben.“ In der kommenden Saison kann sich Hauert eingehender mit dem Basketballprofi Mike Penberthy beschäftigen. Dann wird der 30-jährige Amerikaner für Alba spielen.

Am Dienstagabend traf in Berlin das Fax mit dem unterschriebenen Einjahresvertrag von Mike Penberthy ein. Er wird bei Alba auf der Position spielen, die in der Sprache der Basketballer „Shooting Guard“ heißt. Das bedeutet, dass er in erster Linie für die Distanzwürfe verantwortlich ist, was ihm zuletzt beim italienischen Erstligisten Pompea Neapel auch sehr gut gelang. Dort erzielte er durchschnittlich 19,2 Punkte und war viertbester Scorer der italienischen Liga, mit durchschnittlich 22,1 Punkten war er in der Hauptrunde des Uleb-Cups sogar zweitbester Werfer. „Er ist ein Schütze, wie wir ihn noch nie hatten“, sagt Baldi, „er gehört auf seiner Position zu den Topspielern in Europa.“ Zudem kann Penberthy auch als Spielmacher aushelfen.

Für den deutschen Nationalspieler Demond Greene, den Alba am Dienstag verpflichtet hat und der auf der gleichen Position spielt, dürfte damit eher die Rolle als Bankspieler vorgesehen sein. Allerdings kann Greene auch auf die Position als großer Flügelspieler ausweichen. Baldi ist zufrieden mit seinen beiden neuen Schützen. „Die werden sich gegenseitig beleben“, sagt er. Die Berliner dürften in der Offensive größeres Potenzial haben. Das hilft Centerspieler Jovo Stanojevic, auf den sich zuletzt die Verteidiger zu zweit oder zu dritt stürzten. Die offensive Bedrohung durch die neuen Außenspieler dürfte ihm mehr Bewegungsfreiheit unter dem Korb sichern. „Das ist das, was wir brauchen“, sagt Baldi.

Penberthy erlebte bislang eine wechselhafte Karriere. In jenem Jahr, als ihn Hauert und Baldi bei den Lakers sahen, gewann Mike Penberthy den begehrtesten Titel im Basketball, die NBA-Meisterschaft. Danach aber musste er sich über Italiens zweite Liga nach oben arbeiten.

Alba benötigt nun noch einen Centerspieler und einen Aufbauspieler, doch die Suche nach Letzterem gestaltet sich nicht einfach. Klar dürfte nach der jüngsten Verpflichtung nur sein, dass der neue Spielmacher nicht Frankie King heißt. Der frühere Alba-Spieler hatte Penberthy im November 1999 im Auswärtsspiel in Hamburg gewürgt – und wurde daraufhin von Alba entlassen. Penberthys nächster Kontakt mit den Berlinern dürfte angenehmer ausfallen.

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