Sport : Ein Pfiff und viele Pfiffe

Der 1. FC Union verliert sein erstes Heimspiel der Saison mit 0:1, weil dem Team gegen Eintracht Braunschweig offensiv zu wenig einfällt.

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Selbstbewusstsein allein reicht nicht. Unions 18-jähriger Björn Jopek (am Ball) hatte einige gute Szenen, konnte die Niederlage seines Teams allerdings nicht verhindern.
Selbstbewusstsein allein reicht nicht. Unions 18-jähriger Björn Jopek (am Ball) hatte einige gute Szenen, konnte die Niederlage...Foto: dpa

Berlin - Die Pfiffe wurden immer lauter. Sie stiegen in die Luft, bis der Lärm die Ohren zu betäuben drohte. Die Fans des 1. FC Union protestierten gegen die Entscheidung von Thorsten Kinhöfer. Der Schiedsrichter hatte wenige Augenblicke zuvor einen Elfmeter für Eintracht Braunschweig gegeben, nachdem Unions Marc Pfertzel der Ball im Strafraum an den Arm geschossen wurde. Strittig. „Die Regel wurde von Leuten gemacht, die von Fußball keine Ahnung haben“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus nach Spielschluss.

Marc Pfitzner war das egal, er ließ sich auch von den Pfiffen nicht beeindrucken. Braunschweigs Mittelfeldspieler schaute kurz nach oben, dann lief er an und schickte Daniel Haas, den Torwart des 1. FC Union, in die falsche Ecke – 0:1. Zu diesem Zeitpunkt war noch mehr als eine Halbzeit zu spielen, aber die Szene sollte die entscheidende im Spiel zwischen dem 1. FC Union und Eintracht Braunschweig bleiben. Die Berliner unterlagen im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei vor 16 750 Zuschauern 0:1 (0:1).

Sechs Tage zuvor, beim 3:3 in Kaiserslautern, hatten die Berliner offensiv begeistern können. Im eigenen Stadion fiel ihnen dagegen nach dem Rückstand zu wenig ein, um das Spiel noch zu drehen. „Wir haben nicht das geeignete Mittel gefunden und waren zu wenig zwingend“, sagte Michael Parensen. „Unser Passspiel war schlecht, die Flanken ungenau und wir haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Neuhaus. Dabei hatte Unions Trainer zu Beginn fast dieselbe Mannschaft aufs Feld geschickt wie zum Saisonauftakt. Nur auf der linken Seite gab es eine Veränderung. Für Maurice Trapp spielte der 18-jährige Björn Jopek, Michael Parensen ging von der offensiven auf die defensive Position. Jopek war in der Sommerpause von den A-Junioren in den Profikader gerückt und hatte Neuhaus während der Vorbereitung überzeugt. Auch in seinem ersten Zweitliga-Spiel ließ der Nachwuchsspieler sein Talent erkennen. Selbst einige Standardsituationen führte Jopek selbstbewusst aus. Nach einer Ecke von ihm setzte Silvio den Ball per Kopf knapp über das Tor. Die Aktion Mitte der ersten Halbzeit bildete den Auftakt zur besten Phase der Berliner. Kurze Zeit später spielte Silvio einen herrlichen Pass zwischen die Braunschweiger Innenverteidigung, direkt in den Lauf von Simon Terodde, doch der blieb an Torhüter Daniel Davari hängen. Tijani Belaid hatte bei Silvio genau hingeschaut und spielte anschließend einen ähnlichen Ball in die Mitte auf Patrick Zoundi. Davari kam aber rausgelaufen, sodass Zoundi nur noch zu einer Bogenlampe imstande war.

„Da muss er den Ball mit dem Kopf am Torhüter vorbeilegen“, ärgerte sich Neuhaus. „Eine der drei Möglichkeiten hätten wir nutzen müssen.“

Fast im Gegenzug ging Braunschweig in Führung. Zu diesem Zeitpunkt etwas schmeichelhaft, am Ende aber verdient. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel des 1. FC Union immer statischer, daran änderte auch die frühe Hereinnahme von Torsten Mattuschka und Stürmer Adam Nemec nichts. Mattuschka hatte noch die beste Chance zum Ausgleich, sein Distanzschuss krachte an die Latte. Braunschweig war aber die gefährlichere Mannschaft. Dominik Kumbela traf Latte und Pfosten, später setzte Damir Vrancic den Ball ans Aluminium. Unions Fans wollten da schon längst nicht mehr pfeifen.

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