Sport : Ein Projekt gerät ins Wanken Köln kickt Hoffenheim aus den Aufstiegsplätzen

Sven Goldmann

Köln - Ganz unten am Zaun der Südtribüne, wo die leidenschaftlichsten der Kölner Fußballfans stehen, entrollten sie gestern Nachmittag ein knapp 30 Meter langes Transparent. „Fußball darf kein Machtspiel sein – stoppt das Projekt Hoffenheim!“ Nach fünf Minuten griff der um political correctness bemühte Ordnungsdienst als Zensor ein, aber die Botschaft war auf dem Rasen angekommen. Mit viel Kraft, Willen und Leidenschaft kämpften die Kölner im Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga die Emporkömmlinge der TSG 1899 Hoffenheim nieder. Trainer Christoph Daum freute sich über „Spitzenstimmung, Spitzenleistung und ein Spitzenergebnis“. 3:1 (1:1) hieß es am Ende, der 1. FC verdrängte Hoffenheim von einem Aufstiegsplatz und setzte sich selbst auf einen. Spitzenreiter bleibt aber Borussia Mönchengladbach nach einem 7:1-Kantersieg bei Kickers Offenbach.

50 000 Zuschauer im ausverkauften Kölner Stadion waren selig und feierten schon vorzeitig die Rückkehr in die Erste Liga. Dafür aber werden die Kölner in den verbleibenden drei Spielen mehr tun müssen als nur kämpfen, kämpfen und kämpfen. „Extreme Situationen fordern extreme Reaktionen“, befand Christoph Daum. Fußballtechnisch und strategisch war der Aufsteiger aus dem 3000-Seelen-Dorf über eine Stunde lang deutlich überlegen. Am Ende aber hilft der künstlerische Wert wenig, wenn er nicht gewinnbringend umgesetzt wird. Hoffenheim gefiel sich im schönen Spiel, aber was die Effizienz betrifft, war Köln dem Kontrahenten deutlich überlegen. Vor allem dort, wo das Spiel entschieden wird. Im Angriff.

Kölns Stürmer Milivoje Novakovic brachte seine Mannschaft 1:0 in Führung. Hoffenheim spielte unbeeindruckt weiter, angetrieben vom kleinen Carlos Eduardo, den die Kölner nach Herzenslust umtraten. Per Elfmeter gelang Sejad Salihovic der Ausgleich. „Wir haben nicht energisch genug auf die Führung gedrängt“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Köln kämpfte sich zurück. Antar glückte das 2:1, Mohamad dann wenig später das Tor zum Endstand. Sven Goldmann

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