Sport : Ein Punkt mehr

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Dem breiteren, aber auch älteren Publikum dürfte Christian Neureuther vor allem durch seine Auftritte in der Fernsehsendung Dalli Dalli in den 80er Jahren bekannt sein. Er war der fröhliche, bayerisch sprechende Mann, der in der Jury zwischen Mady Riehl und Brigitte Xander saß und oft die Worte sprach: „Da müssen wir leider einen Punkt abziehen.“ Nun aber will Christian Neureuther seiner Vita einen wichtigen Punkt hinzufügen.

Der ehemalige Skirennläufer will die Nachfolge von Alfons Hörmann als Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) antreten. Der 64 Jahre alte Garmisch-Partenkirchener hat sich zwar nicht als Funktionär innerhalb des Skiverbandes hochgedient, doch das spricht nicht gegen seine Wahl. Im Gegenteil.

Als Vater des aktuell besten deutschen alpinen Skirennfahrers Felix Neureuther hat Christian Neureuther die Entwicklung des Leistungssports im Skiverband in den letzten Jahren hautnah miterlebt. Sportpolitisch hat er die gescheiterte Münchner Olympiabewerbung aktiv mitbegleitet und, das kann man nicht immer von einem Sportfunktionär sagen, sogar daraus gelernt. Für Christian Neureuther ist die Ablehnung einer Bewerbung der Beleg dafür, dass die Olympiagegner Recht haben mit ihrer Kritik an den überkommerzialisierten und herzlosen Spielen. Auch Christian Neureuther fordert inzwischen, der Sport müsse umdenken und der Kommerz zurückgefahren werden.

Christian Neureuther fehlt sicherlich noch die politische Erfahrung für das wichtigste Amt im Deutschen Skiverband. Dafür aber hat er Kontakte zu Sponsoren und, was noch viel wichtiger ist, eine große Leidenschaft für den Wintersport. Dafür geben wir noch einen Punkt dazu.

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