Sport : Ein Punkt und diverse Nebenwirkungen

Durch das 2:2 gegen Osnabrück bleibt Union zwar Erster der Regionalliga, freut sich wegen des Verlusts von drei Spielern aber nur bedingt

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Berlin - Sebastian Bönig verfolgte die hektische Schlussphase nervös im Seitenaus neben dem Spielertunnel. Der Kapitän des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union, der fünf Minuten vor dem Abpfiff Gelb-Rot erhalten hatte, konnte am Ende jedoch über ein 2:2-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück und die Verteidigung der Tabellenführung jubeln. Mit ihm tat das der Großteil der 7714 Zuschauer an der Alten Försterei. „Wir haben ein Riesenspiel gesehen. Kompliment an meine Mannschaft, die für ihren Einsatz belohnt wurde“, sagte Unions Trainer Christian Schreier.

Den Punktgewinn gegen spielerisch bessere Osnabrücker mussten die Berliner allerdings teuer bezahlen. Neben Bönig flog Stürmer Nico Patschinski wegen einer Tätlichkeit gegen Thomas Cichon mit einer Roten Karte vom Platz (65.). Zudem wurde Andreas Biermann schon während der Partie ins Krankenhaus gebracht. Der Verteidiger hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen und musste über Nacht im Krankenhaus bleiben. „So richtig kann ich mich wegen der Ausfälle gar nicht über das Remis freuen“, sagte Karim Benyamina. Der Union-Stürmer traf mit dem frühen 1:0 erstmals in dieser Serie daheim. Seine vorausgehenden fünf Saisontore hatte Benyamina jeweils in Auswärtsspielen geschossen.

Die Führung beflügelte aber eher die Osnabrücker. Der VfL bestimmte bis zur Pause klar das Geschehen und vergab viele Chancen. Der wieder genesene Union-Schlussmann Jan Glinker musste mehrfach retten. Den Ausgleich von Waku Menga (45.) nach einem Fehler von Daniel Göhlert konnte aber auch Glinker nicht verhindern. „Wir haben nach der Führung leider einen Gang zurückgeschaltet. Warum, weiß ich nicht“, sagte der Berliner Mittelfeldspieler Guido Spork, der erstmals von Beginn an aufgelaufen war.

Nach dem Seitenwechsel verlief die Begegnung ausgeglichen. Patschinski und Spork standen vor der Führung. Doch nach einem Rempler von Christian Streit gegen den früheren Unioner Marco Tedup brachte Cichon die Gäste per Foulelfmeter in Front (65.). In einem emotionalen Spiel, bei dem auch der Osnabrücker Henrik Großöhmichen Gelb-Rot erhielt, bescherte Union schließlich ein kurioses Eigentor von Andreas Schäfer fünf Minuten vor dem Ende das umjubelte 2:2.

Für einige war die Aufregung zu groß. Eine Auseinandersetzung zwischen dem Osnabrücker Tredup und Union-Trainer Schreier rief nach dem Abpfiff noch eine Rudelbildung von Spielern und Offiziellen beider Lager hervor. „Das gehört eben zum Fußball dazu“, erklärten auf der Pressekonferenz unisono Schreier und VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Derartige Fehden können aber auch dazu führen, dass in Zukunft noch mehr Trainer oder Spieler wie Union-Kapitän Sebastian Bönig die Schlussphase einer Begegnung abseits des Platzes verfolgen müssen.

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