Sport : Ein Quäntchen Größe

Die Volleys können im Topspiel in Friedrichshafen auf Spielmacher Robert Kromm setzen.

von
Zu groß für diesen Block. Robert Kromm schlägt den Ball ins Feld der Friedrichshafener. Den Hinspiel-Sieg will er heute wiederholen. Foto: dpa
Zu groß für diesen Block. Robert Kromm schlägt den Ball ins Feld der Friedrichshafener. Den Hinspiel-Sieg will er heute...Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Es war ein großes Comeback für einen großen Mann. „Das war das Topspiel überhaupt“, erinnert sich der 2,12-Meter-Riese Robert Kromm an den Saisonauftakt in der Max-Schmeling-Halle, „ich war schon sehr aufgeregt“. Am Ende konnte er nicht nur seine Rückkehr zum SCC-Team feiern, das sich inzwischen in BR Volleys umbenannt hatte. Er war zugleich auch der Top-Scorer gegen einen der schärfsten Rivalen, den VfB Friedrichshafen. 24 Punkte holte Kromm vor zwei Monaten für die Volleys. Er verwandelte den Satzball zur 2:1-Führung, am Ende siegten die Berliner 3:1.

Heute Abend (19.30 Uhr) spielen die Volleys wieder gegen den großen Rivalen, der ihnen in der Tabelle dicht auf den Fersen geblieben ist. Nur zwei Spiele hat der zwölffache Deutsche Meister in dieser Saison verloren, keines davon zuhause. Nun empfangen sie die Berliner am Bodensee. „Klar ist es eine enorme Unterstützung, wenn die Zuschauer einen anfeuern und vorantreiben“, räumt Kromm den Nachteil für die Volleys ein. Er gibt sich aber trotzig: „Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn die Mehrheit der Zuschauer gegen einen ist, da hat man einen höheren Adrenalinpegel.“

Anstatt an die Widrigkeiten beim letzten Spiel vor der Winterpause zu denken, spricht Kromm lieber über die Stärken seiner Mannschaft, zum Beispiel den Zusammenhalt. Die Stimmung erinnert ihn an seine Debütsaison 2003/2004, als die Berliner zum letzten Mal den Titel gewonnen hatten, bevor Friedrichshafen ihn für sieben Jahre abonnierte. „Wir wussten damals sehr gut Bescheid, wie der andere tickt“, erzählt der 28-Jährige aus Schwerin, der während der Friedrichshafener Dominanz in Italien und Russland Karriere machte.

Nun spielt er wieder bei seinem Stammverein und weiß die familiäre Atmosphäre zu schätzen. Die fehlt dem Tabellenzweiten, findet er: „Friedrichshafen hat eine neu zusammengewürfelte Mannschaft mit ziemlich vielen ausländischen Legionären.“ Von einem Machtwechsel an der Spitze will er trotzdem nicht sprechen. Der VfB sei keineswegs aus dem Rennen um die Meisterschaft, sagt er. Ein oder zwei Spiele könnten das Blatt wenden, denn die Süddeutschen stehen mit einem Punkteverhältnis von 18:4 nicht viel schlechter da als die Volleys mit 22:0. „Es geht ganz eng zu da oben“, sagt er und nennt als einen weiteren heißen Titelanwärter den TSV Unterhaching. Gegen die Münchner konnten die Volleys am vergangenen Wochenende bereits zum zweiten Mal in dieser Saison 3:2 gewinnen – nach einem erneute packenden Spiel. Doch in den Play-offs würden die Karten ohnehin neu gemischt, entschieden sei da noch nichts, glaubt Kromm.

Auch für das heutige Spiel wagt er keine Prognose. Nach vielen harten englischen Wochen seien beide Mannschaften gleichermaßen erschöpft. Kromm erwartet eine ausgeglichene Partie: „Es kommt darauf an, welche Mannschaft noch fokussiert ist und dann das entscheidende Quäntchen besser spielt.“ Nicht nur ein kleines Quäntchen, sondern einen großen Teil könnte der Riese auf der Außenposition dazu beitragen. Nantke Garrelts

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben