Sport : Ein Raum für sich selbst

Lutz Michael Fröhlich

erklärt, dass der Torwart besonderen Schutz genießt Hannover 96 gegen Werder Bremen, die 25. Minute. Es steht noch 0:0, da erwischt Hannovers Christoph Dabrowski am Fünfmeterraum eine Flanke mit dem Kopf. Er ist um den Bruchteil einer Sekunde eher am Ball als Werders Torwart Andreas Reinke. Beide Spieler berühren sich leicht, der Ball hebt sich über Reinke hinweg ins Tor. 1:0 für Hannover? Nein, Schiedsrichter Franz-Xaver Wack verweigert dem Treffer die Anerkennung. War diese bevorzugte Behandlung des Torwarts gerechtfertigt?

Der Schiedsrichter hat das Tor aberkannt, weil der Torwart offensichtlich im Torraum gerempelt wurde, ohne dass er den Ball gehalten oder den Gegner behindert hat. Die Entscheidung hat Wack durch Heben des linken Arms deutlich gemacht, dadurch war klar ersichtlich, dass das Spiel mit einem indirekten Freistoß fortgesetzt wird. Das ist der klassische Fall des besonderen Schutzes des Torwarts im Torraum. Dieser Zweikampf außerhalb des Torraums oder in den anderen Teilen des Spielfeldes wäre als regelkonform durchgegangen. Der Fall ist grundsätzlich abzugrenzen von einem Anspringen oder Stoßen des Torwarts durch den Angreifer. In einem solchen Fall würde es im gesamten Strafraum einen direkten Freistoß für den Torwart geben. Man muss dabei auch beachten: Hannovers Dabrowski ist aktiv, also mit einer gewissen Dynamik, in die Richtung gesprungen, aus der der Torwart herkommen könnte. Würde er nur hochspringen ohne diese bei ihm deutlich sichtbare Vorwärtsbewegung, und der gegnerische Torwart käme aus dem Tor herausgestürmt und würde in den Mann hineinspringen, dann wäre eher umgekehrt zu entscheiden. Die Regeln lassen da international keinen Spielraum. Vielleicht gibt es in anderen Ländern vereinzelt eine andere Auffassung vom Begriff des Rempelns, aber ich glaube, dass diese Regel in Deutschland doch am genauesten ausgelegt wird.

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