Sport : Ein Scheitern in Würde

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Robert Ide verabschiedet Cottbus

in die Zweite Bundesliga

Wer sich im Internet über den FC Energie Cottbus informieren will, dem fallen zwei Dinge auf. Erstens: Auf der Homepage gibt es nur einen Star, er heißt Eduard Geyer. Zweitens: Der Slogan des Vereins prangt in dicken Lettern über Geyers Kopf, er lautet „The Fight Club“. Nun steigt der Klub der Kämpfer ab, nach drei Jahren FußballBundesliga. Und Trainer Eduard Geyer geht den Weg nach unten mit.

Der FC Energie Cottbus wird in der Erinnerung der deutschen Fußballfans hängen bleiben. Als ein kleiner Verein, der mit Willenskraft und nicht zu hoch dosierter Euphorie drei Jahre lang das Wunder schaffte, in der höchsten Klasse mitzuspielen. Nun hat es nicht mehr gereicht. Aber trotzdem bleiben die Cottbuser bescheiden. Nach der Niederlage bei 1860 München, die das Aus vollendete, liefen die Spieler zu den mitgereisten Anhängern und redeten lange mit ihnen. Eine bewegende Szene: Fans und Mannschaft nehmen das Scheitern hin. Gemeinsam. Mit Würde.

Vielleicht ist diese Bescheidenheit das, was vom FC Energie Cottbus übrig bleibt. Die in Krisensituationen üblichen Auseinandersetzungen im Verein und in der Mannschaft – sie sind ausgeblieben. Die abgehobenen Spinnereien vom großen Fußball in der weiten Welt, die sich andere Abstiegskandidaten mit vielen Schulden erkauft haben – auch dieser Versuchung haben die Cottbuser widerstanden. Vielleicht haben sie sich ein wenig zu früh aufgegeben in diesem Jahr, vielleicht hatten sie sich ein wenig zu sehr gewöhnt an die Bühne Bundesliga im kleinen Stadion der Freundschaft. Doch durchgedreht ist keiner. Auch jetzt kündigt niemand vollmundig den Wiederaufstieg an.

Das ist wohl das eigentliche Wunder von der Lausitz.

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