Sport : Ein Schiedsrichter leidet mit

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Seoul/Basel (dpa). Fifa-Präsident Joseph Blatter atmet nach den hitzigen Schiedsrichter-Diskussionen bei der Weltmeisterschaft erst einmal auf. „Urs Meier hat ausgezeichnet gepfiffen“, sagte Blatter über seinen Schweizer Landsmann nach dessen korrekten Pfiffen im Halbfinale Deutschland - Südkorea (1:0) in Seoul. Davor hatte Blatter die teilweise krassen Fehlleistungen der Unparteiischen und Linienrichter noch an den Pranger gestellt und Besserung gefordert. „Er hat seine Sache gut gemacht. Das wurde aber auch Zeit“, sagte auch Nationaltorwart Oliver Kahn. Schließlich gab es Bedenken im Kreis des DFB-Teams, nachdem Südkorea von Referee-Entscheidungen besonders in den Spielen gegen Italien und Spanien profitiert hatte.

„Eine saubere Schiedsrichterleistung, und schon scheidet Südkorea aus. Das koreanische Lügengebäude bricht mit der tadellosen Partie von Meier zusammen“, kommentierte die spanische Sportzeitung „As“ nicht ohne Häme. „Schiedsrichter Meier macht keinen Fehler: Deutschland rächt Italien und Spanien“, schrieb das italienische Blatt „Il Messaggero“. Und der „Corriere della Sera“ stellte fest: „Mit einem Schiedsrichter wie Meier wären vermutlich Portugal, Italien und Spanien nicht von Korea eliminiert worden.“ Urs Meier überkam allerdings nach der Partie das Mitleid: Mit einer Gelben Karte hatte er Michael Ballack die Teilnahme am Endspiel verwehrt. „Sicher, er tat mir schon ein wenig leid“, sagte Meier der „Basler Zeitung. „Aber die Schuld liegt nicht bei mir, sondern bei ihm.“

   Doch die Diskussion um eine Reform des Schiedsrichterwesens geht weiter. Einen neuen Lösungsvorschlag hat nun die Europäische Fußball-Union (Uefa) auf den Tisch gebracht: den Einsatz von zwei Referees im Spiel. „Dann wäre der einzelne Schiedsrichter weniger müde und dichter an den Aktionen dran“, sagte Uefa-Generalsekretär Gerhard Aigner. „Damit wäre die Chance größer, etwa in Abseits-Situationen besser zu entscheiden.“

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