Sport : Ein schmutziger Sieg

Grafite schießt beide Tore zum 2:1 über Freiburg – es ist der dritte Sieg des VfL innerhalb einer Woche

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Grafite war schmutzig, aber glücklich. Seit der Rückkehr des lange Zeit zum Reservisten degradierten Torjägers in die Anfangself des VfL Wolfsburg gibt es wieder Siege zu bejubeln. Gestern steuerte Grafite zwei umstrittene Kopfballtore zum 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen den SC Freiburg bei. Der Brasilianer im Sturm stach dabei den Brasilianer Diego im Mittelfeld aus, der beide Tore mit Freistoßflanken vorbereitet hatte. „Kopfbälle sind gar nicht meine Stärke. Aber mit solchen Toren kann ich meiner Mannschaft helfen“, meinte Grafite. „Es war eine großartige Woche. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Für den Erfolg musste viel gekämpft und gegrätscht werden. „Das war ein schmutziger Sieg. Aber unsere Bilanz der Woche stimmt“, sagte Manager Dieter Hoeneß zu den neun Punkten, die der VfL innerhalb einer Woche eingespielt hat und die ihn zum Tabellensechsten machen. Steve McClaren sparte nicht mit Lob für seinen Helden. „Grafites Einstellung in den letzten Wochen war sehr gut. Er war geduldig, hat hart an sich gearbeitet und ist bereit“, sagte der britische Cheftrainer. „Er war der große Unterschied.“

Der hohe Favorit hatte um den Heimsieg im Nieselregen zittern müssen, weil sein Rivale frech aufgetreten war. Was die Wolfsburger mit lang geschlagenen Bällen und Athletik versuchten, erledigten die ballsicheren Freiburger mit Spielwitz. Selbst der Führungstreffer von Grafite (25. Minute), der nach einer Hereingabe von Diego seine körperlichen Vorteile gegenüber Verteidiger Julian Schuster regelwidrig ausgespielt hatte, brachte die Breisgauer nicht aus der Ruhe. Nach einem Wolfsburger Festival der Fehler erzielte Papiss Cissé (36.) mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte den Ausgleich und verfehlte später zum Abschluss eines Konters das leere Tor.

Deutlich effektiver waren Diego und Grafite aufgetreten. Während der Spielmacher einen schwachen Tag erwischt hatte und nur bei Freistößen glänzte, fand Grafite zu alter Stärke. Dass Diego vor seiner Vorlage zum Siegtreffer ein paar Meter herausgemogelt hatte, störte vor allem die Freiburger Fans unter den 26 204 Zuschauern. „Es fällt mir schwer, diese Niederlage zu kommentieren“, sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt. Sie hatten mehr Ballbesitz, sie hatten den Ausnahmekönner Dzeko ausgebremst. „Aber bei den Standards haben wir fahrlässig verteidigt.“ Und sie hatten Grafite vergessen.

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