Sport : Ein Schuss Genugtuung

Hannover feiert Schlaudraffs frechen Elfmeter.

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... und drin! Jan Schlaudraffs finaler Kunstschuss gegen Brügge. Foto: dpa Foto: dpa
... und drin! Jan Schlaudraffs finaler Kunstschuss gegen Brügge. Foto: dpaFoto: dpa

Sein frecher Elfmeter besiegte einfach alles. Mit diesem einen genialen, aber auch riskanten Schuss hatte Jan Schlaudraff alle vergessen lassen, dass ihnen ein zweifelhafter Schiedsrichter um ein Haar diesen großen Fußballabend verdorben hätte. Schlaudraff und seine Kollegen von Hannover 96 waren am Donnerstagabend, als das Hinspiel der Zwischenrunde in der Europa League gegen den FC Brügge für Aufregung sorgte, vom Portugiesen Jorge Sousa (Portugal) mehrfach benachteiligt worden. Sie hatten durch ein Kopfballtor von Maxime Lestienne schon mit 0:1 zurückgelegen. Doch ein Treffer des eingewechselten Artur Sobiech und eben dieser verwandelte Strafstoß von Schlaudraff machten noch einen sehenswerten 2:1-Heimsieg möglich.

Der Lupfer von Schlaudraff war von der Mehrheit der 42 000 Zuschauer erst bestaunt und dann bis in die späte Nacht diskutiert worden. „Ich kann Jan zu diesem Tor nur gratulieren. Aber ich bin wirklich gespannt, ob er das immer so macht“, sagte Christoph Daum, der geschlagene Trainer des FC Brügge.

Es war eine beeindruckende Mischung aus Entschlossenheit und Genialität, die die Sieger zu bieten hatten und die dafür sorgt, dass die Niedersachsen vom Einzug ins Achtelfinale träumen dürfen. „Selbst wenn am Ende sogar ein 3:1 möglich war: Wir können mit dieser Leistung zufrieden sein. Aber wir sind auch gewarnt“, sagte der überragende Schlaudraff, der dem taktisch klug agierenden Team immer wieder diese besonderen Momente beschert. Es war bezeichnend, dass der frühere Nationalspieler kurz vor dem Abpfiff auf besondere Art Verantwortung übernahm. „Jan hat mir nach dem Spiel glaubhaft versichert, dass dieser Schuss für ihn die sicherste Variante ist“, berichtete Hannovers Trainer Mirko Slomka und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Es gab vor einem Jahr noch das Bestreben in Hannover, sich von Schlaudraff unbedingt zu trennen, weil er nach vielen Verletzungen und großen Nachlässigkeiten seine Sympathien komplett verspielt hatte. Mittlerweile präsentiert sich der Großverdiener deutlich gereift und ist im Alter von 28 Jahren zum Erfolgsgaranten für seinen Klub gereift. „Natürlich habe ich mir vor dem Elfmeter auch kurz Gedanken über die möglichen Konsequenzen gemacht. Aber ich froh, dass alles gut gegangen ist“, sagte Schlaudraff.

Hannovers Verteidiger Emanuel Pogatetz hofft, „dass wir von Jan sicher noch das eine oder andere Kunststück zu sehen bekommen“. Dass Schlaudraff es in Kürze wieder wagt, einen solchen Elfmeter zu schießen, muss im Normalfall bezweifelt werden. Aber was ist in der wechselhaften Karriere des Jan Schlaudraff, der es zu seiner besten Zeit schon bis zum FC Bayern München geschafft hatte, bisher schon normal gewesen?

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