Sport : Ein Sieg für die Zweifel

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Bis zum Sonntagnachmittag hat es einige verlässliche Indizien gegeben, dass Werder Bremen die erste Runde im DFB-Pokal diesmal schadlos überstehen würde. Dem Gesetz der Serie nach werden die Bremer nämlich alle fünf Jahre Pokalsieger: Nach 1994, 1999, 2004 und 2009 wären sie im laufenden Wettbewerb also wieder an der Reihe gewesen – was allerdings einen Sieg in der ersten Runde gegen Saarbrücken zwingend vorausgesetzt hätte. Noch mehr Zuversicht durften die Bremer der Tatsache entnehmen, dass sie schon in den beiden Jahren zuvor in der ersten Runde des Pokals jeweils schmachvoll an einem Drittligisten gescheitert waren – und dass einem halbwegs ambitionierten Bundesligisten dieses Missgeschick sicher kein drittes Mal passieren würde. Niemals! Ganz bestimmt nicht!

Dummerweise interessiert sich der Fußball nicht für Serien. Und dummerweise kommt die Niederlage in Saarbrücken den Bremern gerade ziemlich ungelegen – weil sie die Frage provoziert, welche Ambitionen der norddeutsche Traditionsklub eigentlich noch hat.

Selten wäre ein banaler Erstrundensieg für die Bremer so wichtig gewesen wie in diesem Sommer. Der neue Trainer Robin Dutt hätte sich gleich bei seinem Pflichtspieldebüt von seinem Vorgänger Thomas Schaaf emanzipieren können – weil er gezeigt hätte, dass unter ihm nicht nur vieles anders, sondern auch einiges besser wird. Diesen Nachweis ist Werder in Saarbrücken auf dramatische Weise schuldig geblieben. Der Zauber des Neuen ist schon verflogen, bevor er sich richtig entfalten konnte. Stattdessen sind die Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Mannschaft, die Werder schon durch die Vorbereitung begleitet haben, sogar noch gewachsen. Berechtigt sind sie allemal.

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