Sport : Ein Sieg für Slomka

Hannover siegt 2:0 gegen Frankfurt – Eintracht-Trainer Veh muss auf die Tribüne.

Langes Bein. Martin Lanig sah nach dieser Aktion gegen Hannovers Artur Sobiech Gelb-Rot. Am Ende verlor Frankfurt nicht nur Lanig, sondern auch das Spiel. Foto: dpa Foto: dpa
Langes Bein. Martin Lanig sah nach dieser Aktion gegen Hannovers Artur Sobiech Gelb-Rot. Am Ende verlor Frankfurt nicht nur Lanig,...Foto: dpa

Hannover - Innig schloss Mirko Slomka 96-Manager Dirk Dufner in die Arme, er lächelte befreit und klatschte sich mit seinen Assistenten ab. Dank des 2:0 (1:0)-Sieges gegen Eintracht Frankfurt darf Hannovers Trainer wenigstens ein bisschen durchatmen, während es für seinen Kollegen Armin Veh immer ungemütlicher wird. „Ich bin froh und glücklich über die drei Punkte“, sagte Slomka. „Das war ein ganz wichtiges Heimspiel.“ Angesichts der aufkommenden Unruhe im Umfeld des niedersächsischen Bundesligisten kommentierte Manager Dufner: „Das ist eine schöne Erleichterung. Wir dürfen jetzt kurz zufrieden sein.“ Doch er mahnte sofort: „Das war der erste Schritt, wir dürfen jetzt nicht zu Tode feiern. Wir müssen hart weiterarbeiten.“ Nach sieben sieglosen Spielen holte 96 endlich wieder einmal drei Punkte, und der in die Schusslinie geratene Trainer Slomka darf vorerst wieder ruhiger arbeiten. Der für ihn so wichtige Sieg gelang Hannover dank der Tore von Mame Diouf und Szabolcs Huszti. Die Niedersachsen kletterten damit in der Tabelle vom 14. auf den neunten Platz.

Eintrachts Trainer Veh blieb derweil mit den Frankfurtern auch im neunten Liga-Spiel in Serie ohne Erfolg und besitzt nur wegen der Europapokal-Ergebnisse noch ausreichend Rückendeckung. Frankfurt verlor vor 40 700 Zuschauern allerdings nicht nur das Spiel, sondern auch Martin Lanig mit Gelb-Rot sowie Trainer Veh, der nach lauten Beschwerden in der 66. Minute von Schiedsrichter Günter Perl auf die Tribüne geschickt wurde.

„Ich darf den Platz nicht betreten“, sagte Veh: „Das wusste ich natürlich, aber das habe ich in der Situation wohl vergessen.“ Geärgert hatte sich der Coach, weil er einen Elfmeter wollte, als Pirmin Schwegler nach einem Laufduell mit Hiroki Sakai fiel. „Das war für mich Elfmeter“, kommentierte der Coach: „Er hat sich mit Sicherheit nicht absichtlich fallen lassen.“ Für Veh war „diese Szene entscheidend: Wir müssen den Elfmeter kriegen.“ Stattdessen sorgte kurz danach auf der Gegenseite Huszti für das beruhigende 2:0 für 96 – der Ungar zirkelte einen Freistoß ins rechte obere Ecke.

Während Hannovers Manager Dufner angesichts des Sieges keine Mühe hatte, den Schiedsrichter Günter Perl zu loben, obwohl er in der ersten Halbzeit ein 96-Tor wegen Abseits aberkannt hatte, schimpfte sein Frankfurter Kollege Bruno Hübner: „Ich glaube, Fingerspitzengefühl hat Herr Perl nicht.“ Angesichts der vielen Karten für seine Spieler lautete sein Urteil: „Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht!“ Der Sportchef der Frankfurter überraschte auch mit einer eigenwilligen Spieleinschätzung: „In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt.“ Tatsächlich war Hannover drückend überlegen. Die personell geschwächten Frankfurter hatten nach dem Donnerstag-Spiel in der Europa League in Frankreich keine Kraft, das Spiel zu drehen. Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen kommentierte unumwunden: „Wir waren insgesamt nicht gut genug, wir haben zerfahren gespielt.“ HANNOVER 96]dpa

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