Sport : Ein Sieg über sich selbst

Andrea Petkovic steht in Melbourne in Runde drei

Petra Philippsen
Schrei nach Runde zwei. Andrea Petkovic ist nach dem 2:6, 7:5, 6:0 erleichtert. Foto: dpa
Schrei nach Runde zwei. Andrea Petkovic ist nach dem 2:6, 7:5, 6:0 erleichtert. Foto: dpaFoto: dpa

Melbourne - Das Entsetzen war Andrea Petkovic nicht nur ins Gesicht geschrieben, sie brüllte es auch in Richtung der Stuhlschiedsrichterin, die allerdings teilnahmslos blieb. Die deutsche Tennisspielerin verstand in ihrem Zweitrundenmatch bei den Australian Open die Welt nicht mehr. Jeder hatte doch gesehen, dass ihre Gegnerin Anne Keothavong den Ball etliche Zentimeter neben die Seitenlinie geschlagen hatte. Petkovic ließ allen Frust heraus, der sich angestaut hatte in diesem ersten Satz, in dem so gar nichts für die favorisierte Darmstädterin laufen wollte. Die Konzentration war weg, der erste Durchgang ebenso. Es sollte ein Abend werden, der die 23-Jährige bis an ihre Grenzen führte, doch dass sie die Partie mit 2:6, 7:5 und 6:0 noch umzubiegen vermochte, machte das Match zu einem großen Sieg – über sich selbst.

„Es war sicher keine Glanzleistung von mir“, erklärte Petkovic, „aber manchmal muss es eben eklig und hässlich sein.“ Nicht erst seit dem Achtelfinale bei den US Open im letzten Herbst sind ihre eigenen Ansprüche gewachsen, bei den Australian Open wollte Petkovic darum unbedingt erstmals in die dritte Runde einziehen. „Ich habe sehr schlecht gespielt“, sagte Petkovic, „aber ich bin stolz auf meine Einstellung, ich habe mich da heute herausgegraben.“ In das bevorstehende Duell mit der siebenmaligen Grand-Slam-Siegerin Venus Williams geht sie mit großer Vorfreude, aber auch einer leichten Fußverletzung. Doch darin hat sie etwas mit ihrer Gegnerin gemeinsam, denn Williams zerrte sich in ihrem Match einen Beugemuskel im Hüftbereich und zog so theatralisch das rechte Bein nach, als müsse sie sofort aufgeben. „Das wird wieder ein großer Kampf“, sagte Petkovic, „aber ich bin sicher, wenn ich gut spiele, kann ich sie ärgern.“

Darauf hofft auch Julia Görges. Nach ihrem 6:4, 3:6 und 6:4-Sieg gegen die Estin Kaia Kanepi steht die 22-Jährige erstmals in der dritten Runde eines Grand-SlamTurniers. Dort wartet die russische Diva Maria Scharapowa. Petra Philippsen

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