Sport : Ein Sieg und ein Outfit für die Wiesn

DFB-Pokal: Nur ein Bundesligist scheitert.

Für Liebhaber der Volksmusik. Jürgen Klopp erlebte einen gelungenen Abend. Foto: AFP
Für Liebhaber der Volksmusik. Jürgen Klopp erlebte einen gelungenen Abend. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Der erste Weg von Jürgen Klopp führte zu den gefeierten Verlierern. Der Trainer von Borussia Dortmund wollte sich nach dem 2:0-Erfolg nach Verlängerung beim Fußball-Zweitligisten 1860 München unbedingt noch eine persönliche Trophäe sichern. Also steuerte er auf den Münchner Stürmer Rob Friend zu und bat diesen um sein Trikot. „Jetzt habe ich ein Wiesn-Outfit, falls ich da mal hingehe“, erzählte Klopp. Das Trikot im Trachtendesign hatten die Münchner exklusiv für ihr Spiel des Jahres gegen den Bundesliga-Tabellenführer während des Oktoberfestes entworfen. Für Klopp war es am Ende ein rundum gelungener Pokalabend war. „Wir wollten weiterkommen, haben das getan, alles gut.“

Das traf auch auf fast alle anderen Bundesligisten zu, die am Dienstag in der zweiten Runde des DFB-Pokals im Einsatz waren. Sie hatten zum Teil etwas Mühe wie die TSG Hoffenheim, die gegen Energie Cottbus ebenfalls eine Verlängerung benötigte, um am Ende 3:0 zu gewinnen. Am Ende aber setzten sich die Favoriten durch. Allein für den FSV Mainz 05 fand die Runde kein erfreuliches Ende. Die Mainzer schieden als bisher fünfter Bundesligist aus dem Pokal aus.

Thomas Tuchel, der Trainer der 05er, litt bei der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft gegen den Zweitligisten 1. FC Köln gleich doppelt. Weil er von einer fiebrigen Grippe geplagt wurde und niemanden anstecken wollte, hielt er deutlichen Abstand zu seiner Mannschaft. Das Spiel verfolgte Tuchel von der Tribüne aus. „Es geht ihm den Umständen entsprechend schlecht“, berichtete der Co-Trainer Arno Michels über den Gesundheitszustand seines Chefs. Die Geschehnisse auf dem Platz werden Tuchels Genesung nicht unbedingt gefördert haben. Von einem Klassenunterschied war nichts zu sehen. Auch, weil die Mainzer in allen Belangen enttäuschten und so völlig verdient ihre vierte Niederlage am Stück kassierten. „Das tut weh“, sagte Klub-Präsident Harald Strutz. „Ich brauche kein Beileid, aber es ist schon ein herbe Enttäuschung.“

Zu allem Überfluss erzielte das einzige Tor des Abends ein Spieler, der bis zum Sommer noch bei den Mainzern unter Vertrag stand. Marcel Risse traf gut zehn Minuten nach der Pause zum 1:0 für den Zweitligisten. „Das ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Man spielt hier drei Jahre, hat schöne Erlebnisse, kommt dann nach drei Monaten wieder hier her und schießt das entscheidende Tor – schöner kann es nicht sein“, sagte Risse, der die Erwartungen in Mainz nie ganz erfüllen konnte und vor der Saison in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist.

In allen anderen Duellen zwischen Bundesliga und Zweiter Liga setzte sich jeweils der höherklassige Klub durch, mal mit mehr, mal mit weniger Problemen: Bayer Leverkusen kam durch Tore von Heung-Min Son und Sidney Sam zu einem letztlich ungefährdeten 2:0-Sieg bei Arminia Bielefeld; der VfL Wolfsburg hatte im Heimspiel gegen den VfR Aalen ebenfalls wenig Mühe. Die Treffer zum 2:0 erzielten Diego und Timm Klose.

Der Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund hingegen musste vor 71 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena in die Verlängerung und traf erst, als bei seinem hingebungsvoll kämpfenden Gegner die Kräfte schwanden. Dominik Stahl konnte Nationalspieler Marco Reus im Strafraum nur noch mit einem Foul stoppen. Es gab Elfmeter und Rot – das war’s. Pierre-Emerick Aubameyang verwandelte den Strafstoß, und Henrich Mchitarjan legte nur zwei Minuten später das 2:0 nach.

„Ich hätte die Tore nur gerne während der regulären Spielzeit gesehen“, sagte Trainer Klopp, dessen Mannschaft allein viermal Pfosten und Latte getroffen hatte. „So etwas passiert auch nicht alle Tage.“ Es passiert aber auch nicht alle Tage, dass ein Trainer sich von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft ein Trikot besorgt. dpa

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