Sport : Ein Sieg und keine Entlassung

Bielefeld – Nürnberg 3:1

Richard Leipold

Bielefeld - Der Bielefelder Arminia und ihrem zuletzt umstrittenen Cheftrainer Ernst Middendorp ist in der Fußball-Bundesliga ein kleiner Befreiungsschlag gelungen. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte kamen die Ostwestfalen, die zunächst in Rückstand geraten waren, noch zu einem 3:1. „Das bedeutet, dass es bei uns mit Ernst Middendorp weitergeht“, sagte der Bielefelder Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick. Während Bielefeld am Sonntag eine Serie von sieben Spielen ohne Sieg beendete, gerät Nürnberg als Tabellensechzehnter immer stärker in Abstiegsgefahr. „Bei fünf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ergibt sich die Dramatik von ganz allein“, sagte Nürnbergs Trainer Hans Meyer. Auch er wird weitermachen – in „relativer Ruhe“, wie er sagt.

Die Franken hinderten die Ostwestfalen zunächst schon tief in deren Hälfte am Spielaufbau. Bielefeld zog sich ängstlich zurück. Nürnbergs Torhüter Jaromir Blazek hatte seine schwierigste Aufgabe in den ersten 45 Minuten zu bewältigen, als Jonas Kamper ihn mit einem Schuss aus fast vierzig Metern auf die Probe stellte.

Vor allem der technisch starke Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimovic bereitete den Arminen Schwierigkeiten; erst scheiterte er selbst an Torwart Hain, dann flankte er auf Andreas Wolf, der den Ball kurz vor der Pause mit dem Kopf zum Führungstreffer ins Tor beförderte.

Bei den Bielefelder Fans kam zum ersten Mal an diesem Abend hörbar Wut auf; bis dahin hatten sie viel Geduld gezeigt. In das Heer der Pfeifenden und Schimpfenden mischten sich kurz vor der Pause erste, aber nicht mehr einsame Rufer, die den Rauswurf des Trainer forderten.

In der Pause müssen die Bielefelder beschlossen haben, sich zusammenzureißen. Im zweiten Durchgang übten sie Druck aus und führten, nun frenetisch angefeuert von ihren Fans, die Wende herbei. Rüdiger Kauf drückte eine Flanke Kampers mit dem Kopf zum Ausgleich über die Torlinie (64.). Zwölf Minuten später vollendete Artur Wichniarek die Vorarbeit des eingewechselten Sibusiso Zuma zum 2:1. In der Nachspielzeit baute Zuma den Vorsprung sogar noch aus. Richard Leipold

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