Sport : Ein Sieg vollendet den Traum

Deutsche Hockeyspieler müssen Japan bezwingen

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Florian Keller ist überzeugt davon, dass heute einige Schwierigkeiten auf seine Mannschaft zukommen werden. Der Hockey-Nationalspieler und seine Kollegen entspannten sich gestern in ihrem Hotel und schauten das Spiel zwischen Japan und Malaysia. Die Deutschen waren nämlich bereits für das Finale des Olympia-Qualifikationsturnier im japanischen Kakamigahara qualifiziert, sie haben bislang alle fünf Spiele souverän gewonnen, mit einem Torverhältnis von 30:0. In der Begegnung zwischen Japan und Malaysia wurde der Gegner für das Endspiel ermittelt, nur mit einem Sieg hätte es Malaysia geschafft. Malaysia führte bis eine Minute vor Schluss mit 3:2. „Und dann ist diese Gemeinheit passiert“, sagt Florian Keller. Japan erzielte den Ausgleich – mit dem Fuß. Danach war Chaos. Die malaiischen Spieler weigerten sich weiter zu spielen und forderten einen Videobeweis, der erlaubt ist. „Aber der Videorichter darf nur entscheiden, ob der Ball über der Linie ist oder nicht“, erzählt Keller. Das Tor wurde deshalb trotz der Regelwidrigkeit anerkannt. Deutschlands Gegner im entscheidenden Spiel heute ist damit Japan (7 Uhr, MEZ). Nur der Sieger qualifiziert sich für die Olympischen Spiele in Peking. „Wir wissen auf jeden Fall, dass die Schiedsrichter nicht auf unserer Seite sein werden“, sagt Keller, der in Berlin für die Zehlendorfer Wespen stürmt.

In der Vorrunde besiegte Deutschland die Japaner 4:0. „Das Ergebnis täuscht ein bisschen über den Spielverlauf hinweg“, sagt Keller. „Es hätte auch 1:1 ausgehen können.“ Seine Mannschaft sei dennoch zuversichtlich im Hinblick auf das Finale, zu dem knapp 5000 Zuschauer erwartet werden. Auch Bundestrainer Markus Weise verbreitet Optimismus: „Am Sonntag ist nun alles egal, was vorher gelaufen ist. Aber wir haben uns in der Vorrunde das Selbstvertrauen geholt, das wir brauchen werden.“

Florian Keller hat bislang drei Tore erzielt, heute sollen weitere folgen. Die Bedingungen in Japan haben ihn jedenfalls positiv beeindruckt – abgesehen von den Schiedsrichtern im Spiel zwischen dem Gastgeber und Malaysia. „Alles ist hier unglaublich sauber. Es liegt nirgendwo Müll herum, das habe ich so noch nie erlebt“, sagt er. Ingo Schmidt-Tychsen

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