Sport : Ein Signal gegen den Iduna-Park

Karsten Doneck über Bremens guten alten Stadionnamen

Karsten Doneck

In Bremen behalten die Traditionalisten die Oberhand. Standhaft wehrten sie sich beim SV Werder gegen das sonst in der Bundesliga verbreitete Geldausgeben auf Pump, und auch jetzt stemmen sie sich gegen einen unseligen Zeitgeist. Stadien in der Fußball-Bundesliga heißen heutzutage: Easy-Credit-Stadion, Rewirpower-Stadion, Signal-Iduna-Park. Aus Bremen hingegen teilt die „Weser-Stadion GmbH“ in Person ihres Geschäftsführers Manfred Müller jetzt mit: „Das Namensrecht wir nicht verkauft.“ Den Fans wird das gefallen.

Nur fünf von 18 Stadionnamen in der Bundesliga klingen noch nach echtem Rasensport. Lediglich in Bremen, Karlsruhe, Berlin, Cottbus und Duisburg haben sie sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt. In anderen Städten hören sich die Namen der Fußball-Arenen oft so an, als könne man dort während der 90 Spielminuten auch Bankgeschäfte erledigen.

Keine Frage: Die Klubs brauchen Geld, um konkurrenzfähig zu sein. Sie geben dafür ihre Stadionnamen her und damit ein Stück Tradition. Denn was ist schon Tradition gegen die vage Hoffnung, mit teuren Profis vielleicht in der Champions League mitmischen zu dürfen? In Hamburg regte sich vor Jahren heftiger Widerstand, als das Volksparkstadion in AOL-Arena umbenannt wurde. Doch die Fans haben den neuen Namen schnell akzeptiert. Als zur Saison 2007/08 aus der AOL-Arena die HSH-Nordbank-Arena wurde, blieben die Proteste minimal. Die Fans haben den Stadionnamen in ihrem Sprachgebrauch inzwischen noch einmal gewechselt.

Bremen wehrt sich gegen die Entwicklung. Noch. Auf Dauer wird sich Werder, trotz stattlicher Einnahmen aus der Champions League, das sicher nicht leisten können. Es muss nur irgendwann der richtige Namensgeber kommen, der mit dem unwiderstehlichen Angebot. Eine Wette darauf könnte ein gutes Geschäft sein.

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