Sport : Ein Spanier für die Bayern?

Die Münchner haben Interesse an Guardiola.

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Berlin - Jetzt also auch Deutschland. Nach diversen Klubs aus England und Italien soll nun auch der FC Bayern Interesse an einer Verpflichtung von Josep Guardiola, dem ehemaligen Trainer des FC Barcelona, haben. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Am Rande des spanischen Pokalfinales am 25. Mai soll es zur Kontaktaufnahme zwischen Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger und Guardiolas Bruder Pere, der Joseps Manager ist, gekommen sein. Die beiden hätten sich lose unterhalten. Guardiola soll seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt haben, zur übernächsten Saison nach München zu kommen und Nachfolger von Jupp Heynckes zu werden. Bayerns aktueller Trainer besitzt in München noch einen Vertrag bis 2013. Heynckes wäre dann 68 Jahre alt, dass er weitermacht, gilt als sehr unwahrscheinlich.

Kürzlich hatte Bayerns Präsident Uli Hoeneß erklärt, dass er sich Guardiola als Bayern-Trainer vorstellen könne. Allerdings nur, wenn dieser dann schon über Deutschkenntnisse verfügt.

Genügend Zeit, um eine neue Sprache zu lernen, hätte Guardiola jedenfalls. Die kommenden zwölf Monate will er zum entspannen nutzen, bei seinem Abschied vom FC Barcelona hatte er erklärt: „Vier Jahre sind eine lange Zeit. Ich fühle mich leer und muss meinen Akku erst wieder aufladen.“

Guardiola hatte die erste Mannschaft des FC Barcelona von 2008 bis 2012 als Trainer betreut und insgesamt 15 von 19 möglichen Titeln geholt.

Nun geht er mit seiner Frau und den drei Töchtern nach New York, um sich dort zu erholen. In den USA ist Fußball nicht sonderlich populär, die Gefahr, ständig auf der Straße angesprochen zu werden, ist für einen europäischen Fußballtrainer jenseits des Atlantiks gering.

Man darf davon ausgehen, dass Guardiola nach dem Jahr in New York mit stark verbesserten Englischkenntnissen nach Europa zurückkehrt. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Job in der Premier League. Guardiola ist großer England-Fan, in den vergangenen Jahren ist er immer mal wieder nach London geflogen, um sich Spiele anzusehen. Im April hatte ihm Roman Abramowitsch, der Boss des FC Chelsea, angeblich ein Angebot von 13 Millionen Euro pro Jahr gemacht. Guardiola lehnte ab. Für’s Erste. Das Gleiche machte er mit den Offerten der beiden Mailänder Klubs, Inter und AC. Doch genau wie im Fall von Chelsea waren es keine grundsätzlichen Absagen.

Guardiola hört sich derzeit alles an, über seine Zukunft wird er aber wohl frühestens zum Jahreswechsel entscheiden. Bis dahin darf spekuliert werden. Im Juni wurde er mit einem Vertreter von Schachtjor Donezk gesichtet. Danach heiß es in der Ukraine, Guardiola werde dort 2013 neuer Trainer. Sebastian Stier

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