Sport : Ein Spiel frei von Ereignissen Dortmund und Mainz langweilen die Zuschauer

Dortmund - Dem trostlosen Rendezvous mit seiner alten Liebe konnte Jürgen Klopp nur wenig abgewinnen. Anders als der tränenreiche Abschied von seinem ehemaligen Klub Mainz 05 im Mai 2008 weckte das erste Wiedersehen keine großen Gefühle. „Glücklich bin ich heute ganz sicher nicht“, kommentierte der Trainer von Borussia Dortmund.

Diese Stimmung hatte weniger mit Nostalgie, als vielmehr mit dem unansehnlichen 0:0 seines Teams gegen den Aufsteiger zu tun. Trotzdem hat Klopp seinen Optimismus nicht verloren: „Wir sind halbwegs in der Spur und können aus der Vorrunde noch immer etwas Vernünftiges machen.“ Die Geschichten im Vorfeld über die emotionale Verbundenheit von Klopp mit Mainz 05 oder über dessen Duell mit seinem „Trainer-Zwilling“ Thomas Tuchel waren unterhaltsamer als das Geschehen auf dem Rasen. „Es war ein bisschen zäh“, befand der Mainzer Trainer. Anders als Klopp konnte Tuchel mit dem Remis gut leben. Schließlich verteidigte sein Team den Vier-Punkte-Vorsprung auf Dortmund und sammelte wichtige Erfahrung. „Es gibt einige Momente, die nützlich sind. So ein Spiel vor 75 000 Zuschauern in solch einem Stadion gehört unbedingt dazu“, sagte Tuchel. „Das bringt uns ein Stück weiter.“

Angesichts der vielen verletzungsbedingten Ausfälle hatte der Dortmunder Trainer keine Gala erwartet: „Meine Mannschaft hat in letzter Zeit ein bisschen gelitten.“ Immerhin konnte sich Klopp mit der Erkenntnis trösten, dass seine Profis – anders als noch zu Saisonbeginn – auch in schwächeren Spielen nicht die Ordnung verlieren. Zum sechsten Mal in Serie blieben sie ohne Niederlage und kassierten in dieser Zeit nur zwei Gegentore. Nach Auftritten wie beim 1:4 in Hamburg und beim 1:5 gegen Bayern München hat die Deckung deutlich an Stabilität gewonnen. Gleichwohl machte die Borussia in der Tabelle in den vergangenen Wochen nur wenig Boden gut. Zum Leidwesen von Vereinspräsident Reinhard Rauball: „Wir haben es verpasst, den Sprung zu machen, den viele in Dortmund erwartet haben.“ Dagegen können die Mainzer mit dem Saisonverlauf mehr als zufrieden sein. „Die Tabelle schaut gut aus“, sagte Tuchel. Mit der Kritik am bescheidenen Niveau des Spiels konnte er gut leben. dpa

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