Sport : Ein Spiel vertan

Mayer muss bei den US-Open gegen Agassi aufgeben – Haas in Runde drei

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New York – Das Unglück hat sich schon im ersten Satz angekündigt. Zuerst war es nur ein leichtes Ziehen im linken Oberschenkel, und Florian Mayer achtete nicht weiter darauf. Wenn man bei einem GrandSlam Turnier gegen Andre Agassi spielt, kann man solche Schmerzen verdrängen. Doch das Ziehen wurde stärker, und beim Stande von 5:7, 6:2, 2:6, 0:1 musste der 20-jährige Deutsche schließlich aufgeben. Mehr Glück hatte hingegen Thomas Haas. Der Daviscupspieler besiegte Sebastian Grosjean aus Frankreich in vier Sätzen mit 6:4, 6:4, 1:6, 6:1 und steht in der dritten Runde.

Als Florian Mayer dem Sieger am Netz gratulierte, schien er gefasst. Später jedoch, in der Umkleidekabine, habe er nach eigenen Angaben „fast geheult“. „Das war das Spiel meines Lebens. So eine vertane Chance“, sagte Mayer nach seinem Aus in der zweiten Runde. „Ich war so überlegen – er wusste nicht mehr, was er machen sollte.“ Auch Agassi, der sich schon beim Händeschütteln nach Mayers Verletzung erkundigte, war beeindruckt. „Er ist ein merkwürdiger Spieler. Du bist überzeugt, dass er keine Rückhand cross spielen kann, und dann kommt sie wie ein Feuerball“, sagte die ehemalige Nummer Eins der Welt.

Bereits den ersten Satz hätte Mayer nach zwei Breaks gewinnen können, im zweiten ließ er dem Amerikaner mit druckvollen Schlägen und überraschenden Stopps keine Chance. Im Stile eines abgezockten Profis spielte Mayer volles Risiko und platzierte geschlagene Bälle so genau in die Winkel, dass oftmals ein ungläubiges Raunen durch das Arthur-Ashe-Stadion ging. Dann kamen die Schmerzen wieder, mit denen sich Mayer bereits seit zwei Monaten herumplagt. Ursache ist ein eingeklemmter Nerv, der unter starken Belastungen das Ziehen im Oberschenkel verursacht. Nach dem ersten Satz hatte er zwei Tabletten genommen, doch als deren Wirkung nachließ und das Ziehen im dritten Satz stärker wurde, blieb ihm schließlich keine andere Wahl: Er signalisierte dem Schiedsrichter, dass er nicht mehr weiterspielen könne. Mayer blieb nach seiner Niederlage immerhin der Trost von 25 000 Dollar, die er als Siegprämie mit nach Hause nehmen darf. Der Deutsche geht auch nicht von einer längeren Zwangspause aus und will schon in zwei Wochen wieder in Bukarest antreten. Auch dem Daviscup-Team stehe er für das Aufstiegsspiel gegen die Slowakei Ende September zur Verfügung.

Dann will auch Thomas Haas das deutsche Team verstärken. Der Hamburger hinterließ gestern bei seinem Vier-Satz -Erfolg gegen den Franzosen Sebastian Grosjean einen sehr guten Eindruck. Nach dem Sieg in der zweiten Runde steht Haas nach der verletzungsbedingten Zwangspause im vergangenen Jahr zum fünften Mal in seiner Karriere in der Runde der letzten 32 Spieler. Dort trifft er am Sonntag auf den Brasilianer Ricardo Mello. Der international bisher kaum bekannte Linkshänder gewann 6:1, 6:1, 6:3 gegen David Sanchez (Spanien).

In der Frauenkonkurrenz gab es bei den US-Open unterdessen eine große Überraschung. French-Open-Siegerin Anastasia Myskina verabschiedete sich bereits in der zweiten Runde. Die Russin fand überhaupt nicht ins Spiel und unterlag der erst 15-jährigen Anna Tschakwetadse aus Moskau in zwei Sätzen mit 6:7 (3:7), 3:6. Tsp

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