Sport : Ein Spieler für die Mannschaft

Fußballprofi Milorad Popovic an Krebs gestorben

Hans Böller

Nürnberg - Im Sommer vor vier Jahren kam ein Fußballspieler mit großen Hoffnungen vom Balkan zum 1. FC Nürnberg: Milorad Popovic galt als außerordentlich begabter Verteidiger. Er war ein junger, eher schüchterner Mann mit großen Träumen. „Eines Tages möchte ich mit dem ,Club’ Meister werden und mich für die jugoslawische Nationalmannschaft empfehlen“, sagte er. Vom ersten Tag an machte er sich in der Fußball-Bundesliga mit seiner ruhigen, menschlich angenehmen Art viele Freunde. Seine Disziplin und sein Eifer machten Popovic zu einem Lieblingsspieler des damaligen Trainers Klaus Augenthaler. Aber seine Träume erfüllten sich nicht – der 1. FC Nürnberg stieg am Ende der Saison aus der Bundesliga ab.

Popovic hatte viel vor. Er wechselte zum Karlsruher SC und kehrte nach einem freudlosen Jahr 2004 zurück in die Heimat, die nicht mehr Jugoslawien hieß, sondern Serbien und Montenegro. Dort ist Milorad Popovic jetzt im Alter von nur 27 Jahren an Hodenkrebs gestorben – und am Wochenende in seiner Heimatstadt Ruma beigesetzt worden. Das teilte der 1. FC Nürnberg am Montag mit.

„Wir sind alle bestürzt“, sagte Nürnbergs Manager Martin Bader am Montag und bot die Unterstützung des Vereins für die hinterbliebene Familie an. „Möglich wäre zum Beispiel ein Benefizspiel“, sagte Bader.

Nach einem Fußballtraining hatte Milorad Popovic über Unterleibsschmerzen geklagt. Viel zu spät war die tödliche Krankheit entdeckt worden; nach einer vergeblichen Chemotherapie starb er zu Hause im Kreis der Familie.

Dusan Petkovic und Rade Todorovic, seine ehemaligen Nürnberger Mitspieler, standen ebenso am Grab wie Hunderte Fans seines Stammvereins OFK Belgrad und der Präsident des serbischen Fußballverbandes. „Es war ein Schock für Serbien, weil er hier zwar kein Star war, aber ein wegen seiner Freundlichkeit sehr beliebter Spieler“, sagte Boban Pribanovic, serbischer Mannschaftsbetreuer des 1. FC Nürnberg. Er berichtete von mehreren Anrufen bestürzter ehemaliger Mitspieler. Martin Driller und andere hätten schon gefragt, was sie tun können. „Er war ein feiner Kerl und ein guter Mannschaftsspieler“, sagte der polnische Nationalspieler Jacek Krzynowek, damals ein Führungsspieler beim 1. FC Nürnberg.

Milorad Popovic hinterlässt seine Ehefrau und seine Tochter. Sie ist ein Jahr alt.

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