Sport : Ein Stadion wird überschwemmt

Schweres Unwetter am Abend in Helsinki: Die Diskuswerferinnen können nicht antreten, nur wenige Wettkämpfe finden noch statt

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Die Zehnkämpfer gelten als die härtesten Kerle der Leichtathletik, weil sie an zwei Tagen größte Strapazen zu überstehen haben und am Ende beim 1500Meter-Lauf mit letzter Kraft ins Ziel kommen. Es passte daher gut, dass bei der Weltmeisterschaft in Helsinki gerade die Zehnkämpfer die ersten waren, die nach einem spektakulären Unwetter wieder an den Start gingen, zum Hochsprung. Fast zwei Stunden lang waren die Wettbewerbe unterbrochen, so stark hatte es geregnet.

Mit Schrubbern und Walzen hatten die Helfer versucht, die Laufbahnen und Sprunganlagen vom Wasser zu befreien, doch sie schafften es nicht. Das Wasser stand auf der Bahn. Der Wind wehte die Unterstände um und blies Schirme und Abdeckplanen durch das Olympiastadion. Der Diskuswettkampf der Frauen wurde nach einem Wurf abgebrochen und auf Donnerstagabend verschoben. „Alles andere wäre gefährlich geworden“, sagte Franka Dietzsch aus Neubrandenburg, „jetzt bin ich ein bisschen traurig, weil ich echt gut drauf war.“ Auch Tobias Unger wurde vertröstet, sein Zwischenlauf über 200 Meter findet heute statt.

Die 3000-Meter-Hindernisläufer sind den Gang durchs Wasser ohnehin gewohnt. Das Finale gewann der Weltrekordler Saif Saaeed Shaheen in 1:58,82 Minuten. Er kommt aus Kenia, startet aber für Katar. Beim 800-Meter-Lauf der Frauen wurde Weltmeisterin Maria Mutola aus Mosambik entthront, sie kam nur als Vierte ins Ziel. Weltmeisterin wurde die Kubanerin Zulia Catalayud in 1:58,82 Minuten. Dann wurde der Regen stärker, doch die Leistungen ließen nicht nach. Bershawn Jackson aus den USA gewann über 400 Meter Hürden in der persönlichen Bestzeit von 47,30 Sekunden.

Zum Abschluss mussten noch einmal die Zehnkämpfer über 400 Meter auf die Bahn. André Niklaus lief eine für ihn zufrieden stellende Zeit von 49,42 Sekunden und liegt auf Platz zwölf mit 4130 Punkten. „Damit kann ich am zweiten Tag eine Menge machen“, sagte der Berliner.

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