Ein Star kommt selten allein : Van Nistelrooys Transfer zum HSV und die Folgen

Vielleicht weiß Ruud van Nistelrooy gar nicht, was sein Transfer für die Bundesliga bedeuten kann. Der 33 Jahre alte Niederländer könnte zu einem Beispiel für andere Weltstars werden: Es lohnt sich, in die Bundesliga zu wechseln.

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Vorreiter. Ruud van Nistelrooy lässt sich nach seinem ersten Bundesligator von Joris Mathijsen feiern. -Foto: dpa

Für den Star und für den Verein. Beim Hamburger SV jedenfalls hat das Projekt einen guten Start: In seinem zweiten Kurzeinsatz erzielte der von Real Madrid geholte Stürmer zwei Tore und entschied das Spiel beim VfB Stuttgart.

„Vielleicht hat er es gesehen“, sagte van Nistelrooy und meinte seinen holländischen Nationaltrainer Bert van Marwijk. Van Nistelrooy war ja vor allem deshalb zum HSV gewechselt, weil er sich dem Bondscoach empfehlen will. Mit Blick auf Arjen Robben und Franck Ribéry von Bayern München sagte van Nistelrooy: „Man sieht, große Fußballspieler kommen mittlerweile auch in die Bundesliga. Ich glaube, in Zukunft werden noch mehr kommen.“ Die regelmäßigen Gehaltszahlungen in Deutschland und finanzielle Probleme in anderen Ländern machen die deutsche Liga interessant. Außerdem wurden in Spanien und England Steuerprivilegien für Fußballprofis abgeschafft.

In München hatte Louis van Gaal mit dem Kopf geschüttelt, als ihn die niederländische „Sportweek“ nach van Nistelrooy fragte. „Ich hätte ihn nicht verpflichtet, weil ich gerade mit Luca Toni einen ähnlichen Fall hatte. Toni konnte mit der Konkurrenz-Situation nicht umgehen, die hier sehr groß ist. Ich denke, Ruud hat dasselbe Problem“, sagte der Trainer des FC Bayern München. Die Situation in Hamburg allerdings ist eine andere als die in München und der Lebemann Luca Toni kaum mit van Nistelrooy vergleichbar. Bayern-Größen wie Ribéry und Robben dagegen schon. Landsmann Robben flüchtete wie van Nistelrooy aus Madrid, weil ihm der Druck durch die Verpflichtung von immer neuen Stars zu groß wurde.

Trainer Bruno Labbadia betonte, wie geschmeidig sich van Nistelrooy einfüge. „Er arbeitet ganz normal“, sagte der Trainer. Das helfe, mit der Hysterie in Hamburg umzugehen. Denn die Euphorie könne man „nicht mehr bremsen“, sagte Labbadia. So lange van Nistelrooy Tore schießt, wird der große Rummel um ihn für den Trainer und die Mannschaft des Hamburger SV leichter zu ertragen sein. Die nächsten Tore von ihm werden schon am Donnerstag erwartet, wenn der HSV in der Europa League auf van Nistelrooys ehemaligen Klub PSV Eindhoven trifft.

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