Sport : Ein Star pfeift weiter

Christian Hönicke

freut sich auf eine weitere Saison mit Pierluigi Collina Dem Fußball bleibt ein Star erhalten. Pierluigi Collina darf darauf hoffen, seine Karriere um ein weiteres Jahr zu verlängern. Collina ist kein Spieler; das ist der Schiedsrichter mit den großen Augen, den furiosen Gesten und den nicht vorhandenen Haaren. Die Verbindung seines durch eine Stoffwechselkrankheit bedingten ungewöhnlichen Äußeren mit seinen starken Leistungen hat ihn als ersten Schiedsrichter Weltruhm erlangen lassen. Eigentlich hätte der Finanzberater aus Viareggio in der kommenden Saison keine Spiele mehr leiten dürfen, weil er im Februar die Altersgrenze für Schiedsrichter erreicht hat. Der italienische Fußball-Verband kündigte nun an, das Höchstalter um ein Jahr auf 46 Jahre anheben zu wollen. Damit dürfte Collina noch eine Saison Fußballspiele in der Serie A und im Europapokal leiten.

Das erinnert auf den ersten Blick an den machtlüsternen früheren IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch, der die Altersgrenze für sein Amt anheben ließ, als er sie erreicht hatte. Der Fall Collina aber liegt anders: Es wäre schlicht töricht, einen der besten und beliebtesten Schiedsrichter aufgrund einer Formalie in den Ruhestand zu verabschieden. Fußball ist nun einmal Unterhaltung, und Unterhaltung braucht Helden. Helden wie Collina.

Natürlich ist mit einer solchen Entscheidung das Risiko verbunden, dass Collinas nun auch offiziell anerkannter Starstatus das Spiel in den Hintergrund drängt. Andererseits hat der Italiener schon bewiesen, dass er mit seinem Ruhm umgehen kann. Außerdem ist das Risiko auf zwölf Monate befristet. Es sei denn, … – aber darüber wird in einem Jahr zu reden sein.

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