Sport : Ein Starker mit Schwäche

Friedhard Teuffel

Der deutsche Sport wird bald mit einer Stimme reden, und es wird wohl die Stimme von Thomas Bach sein. Kein anderer kommt als Präsident der vereinigten Dachorganisation Deutscher Olympischer Sportbund in Frage. Mit seinem langen Zögern hat sich Bach nur noch interessanter gemacht. Er schien es nicht nötig zu haben, das höchste Amt im deutschen Sport anzunehmen, schließlich ist er als IOC-Vizepräsident auf der internationalen Ebene schon oben angekommen.

Der deutsche Sport erweckt den Eindruck, als warte er auf Bach wie auf einen Heilsbringer. Spricht überhaupt etwas gegen ihn? Eine große Stärke Bachs ist zugleich eine Schwäche. Seine internationalen Kontakte wird er für den deutschen Sport nutzen können. Doch seine internationalen Verpflichtungen könnten wertvolle Zeit kosten, die er für den DOSB braucht. Auf ihn warten riesige Aufgaben.

Es fängt damit an, im neuen Verband Verteilungskämpfe erst gar nicht aufkommen zu lassen zwischen Breitensport, olympischem und nicht-olympischem Leistungssport. Nach dem Scheitern Leipzigs für die Sommerspiele 2012 wird der neue Verband schnell über eine weitere Bewerbung befinden müssen, gleich ob für Sommer- oder Winterspiele. Ganz abgesehen davon, dass der Sport ohnehin vor großen Herausforderungen steht: bei der Dopingbekämpfung, in der Gesundheitsprävention und der Motivation ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Thomas Bach arbeitet außerdem als Wirtschaftsanwalt und hat auch dabei viele Termine. Der deutsche Sport hat sich schon für ihn entschieden. Bach wird sich nun entscheiden müssen, was und wie viel ihm der deutsche Sport wert ist.

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