Sport : Ein Stück Berlin gerettet

Jürgen Strauss

Am Ende gab es noch eine Schrecksekunde. 30 Runden vor dem Finale der einstündigen Schlussjagd brachte ein Sturz von Andreas Beikirch plötzlich Aufregung ins Rund des Berliner Velodrom. "Das hat für Verwirrung gesorgt", räumte Telekom-Straßenprofi Rolf Aldag später ein. Der Sieg Aldags mit seinem italienischen Teamkollegen Silvio Martinello geriet in Gefahr. Die Verfolger - Bruno Risi und Kurt Betschart aus der Schweiz sowie die australisch-belgische Kombination Scott McGrory und Matthew Gilmore - traten sofort in die Pedale. Ausreißversuche. Die Verfolgung begann. Am Ende behielten Aldag und Martinello die Räder vorn, wie schon im Vorjahr. Für den gestürzten Andreas Beikirich und den Berliner Robert Bartko war dagegen der Traum vom zweiten Platz beim 91. Berliner Sechstagerennen dahin.

Für Aldag war es der zweite Berliner Sieg beim zweiten Start, für Martinello der vierte beim vierten Auftritt. Auf Platz zwei kamen McGrory und Gilmore vor Bartko und Beikirch. Auch die im Rahmenprogramm fahrenden Steher und Sprinter boten Bestes. Der französische Weltmeister Arnaud Tournant präsentierte sich als neue Show-Entdeckung des Berliner Publikums. Einer freute sich allerdings noch mehr als die Gewinner der Bahn. Organisator Heinz Seesing zog mit strahlender Miene eine positive Bilanz seines 2,5-Millionen-Euro-Unternehmens. Mit 73 000 Zuschauern gab es einen neuen Besucher-Rekord - mehr geht nicht. Mit der Neuauflage des ältesten deutschen Sechstagerennens im Jahr 1997 sei "ein Stück Berlin gerettet" worden, findet Seesing.

Der Zuspruch aus Kultur, Wirtschaft und Politik gibt ihm Recht. Schwimmerin Franziska van Almsick gab den Startschuss, auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kam vorbei. Nur der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit fand keine Zeit. Dabei war er der Schirmherr des Rennens.

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