Sport : Ein Stück vom Kuchen

Albas Basketballer ziehen durch das 82:60 über Riga ins Halbfinale des Europaliga-Qualifikationsturnieres ein

Domink Bardow[Charleroi]
Aufwärtstrend. Lucca Staiger (l.) war mit 15 Punkten bester Werfer Albas.Foto: Hoffmann
Aufwärtstrend. Lucca Staiger (l.) war mit 15 Punkten bester Werfer Albas.Foto: Hoffmann

Es durfte gefeiert werden in Charleroi. Schon vor dem Auftaktspiel ins Qualifikationsturnier für die Europaliga, als die Basketballer von Alba Berlin jeder ein kleines Stück von DaShaun Woods Geburtstagskuchen, einer Eistorte, naschen durften. Und nach dem 82:60 (44:32)-Sieg über VEF Riga, als die etwa 20 mitgereisten Alba-Fans in der Leere des spärlich besuchten Spiroudomes Wood zu seinem 26. Geburtstag am Spielfeldrand ein Ständchen sangen. Dazwischen lag ein souveräner und nie gefährdeter Erstrundensieg, der Alba den Halbfinaleinzug bescherte. Am Samstag um 17 Uhr geht es gegen die Gastgeber von Spirou Charleroi, die bei ihrem 61:59 (21:28) über BC Donezk nicht überzeugt haben.

„Die Reboundarbeit und das Defensivverhalten haben besser funktioniert als noch in der Vorbereitung“, bilanzierte Trainer Gordon Herbert sein Pflichtspieldebüt mit Alba. „In der Offensive war es mir teilweise zu statisch.“ Es war vor allem Geburtstagskind Wood (13 Punkte, vier Vorlagen) und Kyle Weaver (elf Punkte, sechs Vorlagen), die immer wieder zum Korb zogen, abschlossen oder auf die Mitspieler ablegten, sodass etwas Dynamik in die Offensivbemühungen kam. Auf diese Weise konnte Alba die Führung im ersten Viertel auf zehn, zur Halbzeit auf zwölf und im dritten Viertel auf zwanzig Punkte ausbauen. Dabei blieb es bis zum Schluss. Der Lettische Meister enttäuschte vor allem offensiv (nur 34 Prozent Trefferquote bei Zwei-, 26,3 Prozent bei Dreipunktewürfen), weil Alba mit konsequenter Manndeckung dem Gegner das Werfen schwer machte. „Aber wir müssen Samstag besser spielen, um zu überleben“, warnte Herbert.

Ein anderer Offensivfaktor war Lucca Staiger, den die Torte vor Spielbeginn beflügelt zu haben schien. Er war mit 15 Punkten Topscorer, traf vier von sieben Dreiern. „Meine Rolle im Team hat sich geändert, ich bin glücklich“, sagte der 23-Jährige. „Es war nicht der Plan, dass er von Beginn an spielt, aber er hat es sich in der Vorbereitung verdient“, sagte Herbert. Dabei fehlte Staiger lange wegen seines EM-Einsatzes. Bei Alba haben sich für ihn vor allem die Mitspieler geändert. „DaShaun Wood und Kyle Weaver kreieren mit ihren Dribblings viele Wurfchancen für die Mitspieler“, erklärt Herbert. „Die Wurfchancen hatte Staiger auch unter Luka Pavicevic und Muli Katzurin, bei freien Dreiern ist er einer der besten die es gibt“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi, „aber er muss wie heute zeigen, dass er gelernt hat, in der Verteidigung seinen Gegenspieler nicht davonziehen zu lassen, sonst sitzt er schnell wieder auf der Bank.“

Staiger war eine der positiven Überraschungen, während Center-Neuzugang Torin Francis „schon bessere Spiele hatte“, wie Herbert es vorsichtig ausdrückte. Der 2,10 Meter große Center wirkte offensiv wie defensiv behäbig, hatte früh viele Fouls auf dem Konto und musste am Ende vom Feld. Riga hatte jedoch mehr unter den kleinlichen Schiedsrichtern zu leiden, schnell waren die besten Letten in Foulschwierigkeiten. Und während Weaver durch Einsatz glänzte, dabei einmal auf den Bauch und einmal in die zweite Zuschauerreihe knallte („die Hüfte schmerzt, aber nichts Schlimmes“) zeichnete sich Wood auch bei Foulpfiffen als Dirigent aus, scharte die Spieler immer wieder um sich. „Wir haben einander gesagt, dass wir uns davon nicht ablenken lassen dürfen“, fasste Staiger die Tagungen zusammen. Es ging also nicht um die Verteilung des Kuchens.

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