Sport : Ein stürmender Verteidiger Deron Quint gibt sein Heimdebüt als Eisbär

Claus Vetter

Berlin - Deron Quint friert unter der dünnen Jacke. Das Training der Eisbären ist vorbei, ihr neuer Verteidiger eilt zum Parkplatz am Sportforum. Vorbei an betagten Eishallen, Herbst in Hohenschönhausen, es ist ungemütlich. Nicht für Quint: „Es ist rührend, wie die sich hier um alles kümmern. Auto, Wohnung, die machen alles. Das kenne ich aus Nordamerika nicht.“ Der 29-Jährige lächelt. „Hoffentlich kann ich länger als eine Saison bleiben.“ Das große Interesse am neuen Arbeitsplatz überrascht, spielte der aus dem US-Staat New Hampshire stammende Quint doch neun Jahre lang in der NHL, also über dem Niveau der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Über den Schweizer Klub Kloten Flyers ist er nun nach Berlin gewechselt. Quint sieht es positiv: „In der NHL bist du 15 Tage lang auf Auswärtsreisen unterwegs, mir wurde das zu viel.“

Ansonsten hat sich Quint in seiner Karriere vielleicht manches selbst erschwert. Der exzellente Schlittschuhläufer mit dem harten Schuss habe für einen Verteidiger zu viel Offensivdrang, sagt Berlins Trainer Pierre Pagé. „Der ist wie der Phil Housley, dem habe ich mal gesagt, dass er defensiv stärker werden muss, wenn er einen Titel gewinnen will.“ Ach ja, Housley, der Haudegen. „Ein toller Kerl“, sagt Quint, „ich hatte das Glück, mit ihm zusammenzuspielen.“ Bei der WM 2001 in Deutschland kam das Verteidigerpaar Housley/Quint mit den USA auf Platz vier. Nationalteam? Das war einmal. Quint lächelt, kontert: „Die Deutschen haben ein gutes Team bei Olympia , oder?“ Okay, anderes Thema: Dienstag hat er in Mannheim beim 2:1 der Eisbären debütiert. Der erste Eindruck von der DEL? „Es wird schnell, hart und mit System gespielt – so wie ich es mag und kenne.“ Die Eisbären-Fans lernt Quint heute kennen, bei seinem Debüt im Sportforum gegen die Düsseldorfer EG (19.30 Uhr).

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