Sport : Ein Tausch mit Folgen

Nando Rafael schießt Mönchengladbach zum 2:1-Sieg über Dortmund

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Nando Rafael wusste lange vor dem Spiel, was auf ihn zukommen würde. Horst Köppel, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, hatte dem jungen Stürmer schon am Montag mitgeteilt, dass er ihn in der Bundesligapartie gegen Borussia Dortmund von Anfang an einzusetzen gedenke. Obwohl genug Zeit war, sich damit vertraut zu machen, sei er vor dem Anpfiff „ein kleines bisschen aufgeregt gewesen“, sagte der Stürmer später. Die Nervosität habe sich jedoch rasch gelegt. In der Winterpause im Tausch gegen Vaclav Sverkos von Hertha BSC nach Gladbach gewechselt, erwies Rafael sich an seinem neuen Arbeitsplatz zum ersten Mal als besonders wertvoll. Seine ersten beiden Treffer für die rheinische Borussia genügten, um gegen die westfälische Borussia 2:1 zu gewinnen. „Es ist schön, dass ich die Tore geschossen habe“, sagte er. „Aber wichtig sind nur die Punkte.“

Dank des Erfolges bleibt Gladbach ein aussichtsreicher Wettbewerber im Kampf um die Uefa-Cup-Plätze. Die Tore des U-21-Nationalspielers trugen aber auch zu dazu bei, die gewittrige Atmosphäre rund um den Borussia-Park ein wenig zu bereinigen.

Als der Stadionsprecher die Aufstellung der Heimelf bekannt geben wollte, pfiffen die Fans die Mönchengladbacher Profis aus. Die Basis strafte das kickende Personal für dessen zuletzt miserable Leistung in Kaiserslautern ab, wo die Mannschaft sich einem spielerisch limitierten Abstiegskandidaten widerstandslos ergeben hatte. Gegen optisch überlegene, aber harmlose Dortmunder gelang es den Rheinländern aber binnen kurzer Zeit, die Stimmung aufzuhellen. Schon in der sechsten Minute wuchtete Nando Rafael den Ball mit dem Kopf zum Führungstreffer ins Netz.

Nach dem schwungvollen Start störte wieder ein Pfeifen das Wohlbefinden der Gladbacher Spieler. Diesmal pfiff Markus Merk. Der Schiedsrichter ahndete einen Regelverstoß von Verteidiger Strasser, der sein Gegenüber Wörns im Strafraum festgehalten hatte. Tomas Rosicky nutzte den Strafstoß nach einer Viertelstunde zum Ausgleich. Nach einer längeren Kunstpause der Einheimischen war Rafael abermals als Torschütze zur Stelle, weil der Dortmunder Mittelfeldspieler Kehl so freundlich war, ihm den Ball mit einer zu kurz geratenen Kopfballabwehr vorzulegen. Der BVB hätte umgehend gleichziehen können, doch Buckley scheiterte aus fünf Metern mit einem dilettantischen Schuss an Torhüter Keller. Obwohl die Dortmunder mehr Spielanteile besaßen, hatte sich der Missmut unter den Gladbacher Getreuen in der Nordkurve längst in Wohlgefallen aufgelöst.

In der zweiten Hälfte behaupteten die Gladbacher im Stile einer Auswärtsmannschaft ihren Vorsprung; bei Gegenstößen hätte der diesmal als Außenstürmer aufgebotene Jansen sogar einen weiteren Treffer erzielen können. Die Dortmunder kickten so fantasielos, dass der Gladbacher Sieg nicht mehr in Gefahr geriet. Nach dem Auswärtssieg über den HSV hat der BVB seine internationalen Ambitionen nicht unterstreichen können. Fußballerisch habe sein Team zwar überzeugt, sagte Trainer Bert van Marwijk, „aber mental sind wir noch nicht so weit, um den fünften Platz mitzuspielen.“

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