Sport : Ein Team von gestern

Dirk Nowitzkis Saison endet mit einer deprimierenden Niederlage, Dallas wird aus den Play-offs gefegt.

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Berlin - 328 Tage zuvor hatte Dirk Nowitzkis Saison mit Freudentränen, Champagner und Konfetti geendet. Diesmal gab es für den deutschen Basketball-Nationalspieler rein gar nichts zu bejubeln. Als am Samstag die Schlusssirene des Spiels der Dallas Mavericks gegen die Oklahoma City Thunder ertönte, ließ Nowitzki den Kopf hängen, fischte seinen Zahnschutz aus dem Mund und schlurfte zu den feiernden Gegnern hinüber, um dem verdienten Sieger zu gratulieren. Trotz einer 13-Punkte-Führung im Schlussviertel hatte Dallas auch das vierte Play-off-Spiel mit 97:103 verloren. Die Niederlage bedeutete ein deprimierendes 0:4-Aus in der ersten Runde. Der so genannte „Sweep“ beendete die Saison des NBA-Titelverteidigers, er wird zudem wahrscheinlich einen Umbruch in Dallas einleiten.

„Was jetzt passieren muss? Ich bin mir nicht sicher“, sagte Nowitzki, der mit 34 Punkten bester Werfer seines Teams war, die Serie aber zu keinem Zeitpunkt dominieren konnte. „Oklahoma hatte einfach mehr Waffen als wir.“ Die alternden Mavericks um Nowitzki (33 Jahre), Jason Kidd (39) und Jason Terry (34) sahen gegen die Thunder teilweise hilflos aus, Oklahomas junge Stars Kevin Durant (23), Russell Westbrook (23), James Harden (22) ließen den Meister allzu oft wie ein Team von gestern wirken. „Sie sind im vierten Viertel wie eine Kreissäge auf uns zugekommen. Wir konnten sie nicht stoppen“, sagte Mavericks-Trainer Rick Carlisle, der Dallas trotz der Pleite weiter betreuen soll. „Oklahomas Spieler haben im Moment diesen Blick in den Augen – ihre Zeit könnte jetzt gekommen sein.“

Die Zeit von Carlisles Team hingegen scheint abgelaufen. Mavericks-Besitzer Mark Cuban hatte nach dem Titelgewinn wichtige Puzzleteile des Meisterteams wie Center Tyson Chandler, Wirbelwind J.J. Barea und Defensiv-Spezialist DeShawn Stevenson gehen lassen – für adäquaten Ersatz sorgte der Internet-Millionär allerdings nicht. Das soll im Sommer passieren, wenn Cuban das gesparte Geld in einen Star investieren will. Es ist aber keineswegs klar, ob Dallas tatsächlich ein NBA-Schwergewicht wie den Wunschkandidaten Deron Williams von den New Jersey Nets nach Texas lotsen kann. „Alle wirklich guten Teams in dieser Liga haben zwei oder drei Spieler, denen man einfach den Ball geben kann, die jederzeit explodieren können“, fasste Nowitzki sein Los als Alleinunterhalter frustriert zusammen. Sollte es für Dallas bei der einen Waffe Nowitzki bleiben, wird der Würzburger nicht noch einmal in Reichweite des NBA-Titels kommen.Lars Spannagel

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