Sport : Ein Teilerfolg für Krabbe

Internationaler Leichtathletikverband IAAF akzeptiert Gerichtsurteil Neuss (sid/dpa).Der Leichtathletik-Weltverband IAAF sieht Katrin Krabbe mit ihren Millionen-Forderungen ohne Chance und lehnt auch jeden außergerichtlichen Vergleich ab."Nur deshalb hat die IAAF auf eine Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verzichtet.Wir haben keine Angst vor Schadenersatz-Forderungen der früheren Sprint-Weltmeisterin", erklärte gestern IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai. "Alle Experten, die wir befragten, haben uns erklärt, Katrin Krabbe könnte ihre Schadenersatz-Ansprüche niemals nachweisen.Ihre Reputation sei schon nach Ablauf der Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband stark verändert gewesen.Die IAAF geht keine Gefahr ein", meinte Gyulai.Er lehnt grundsätzlich ein Gespräch mit Krabbe-Anwalt Dr.Thomas Summerer über eine außergerichtliche Regelung ab.Gyulai: "Wir fühlen uns absolut sicher." Nicht bestreiten kann die IAAF allerdings, daß das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München vom 28.März 1996 inzwischen rechtskräftig ist und der Doppel-Weltmeisterin von 1991 theoretisch die Chance auf Schadenersatz einräumt.Im Urteil wurde bestätigt, daß die Verlängerung der 1992 vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) beantragten Sperre wegen Medikamentenmißbrauchs rechtswidrig war.Neben Krabbe hatten damals auch die nicht im aktuellen Verfahren stehenden Grit Breuer (nun OSC Berlin) und Manuela Derr von der IAAF ein um zwei Jahre erweitertes Wettkampf-Verbot bis August 1995 erhalten. Ähnlich wie Gyulai äußerte sich auch Clemens Prokop, Rechtswart des DLV."Katrin Krabbe-Zimmermann müßte jede Mark Schaden nachweisen, der ihr entstanden sein soll, angefangen bei entgangenen Startgeldern bis hin zu Sponsorenverträgen", sagt der Amberger Richter.Er mutmaßt: "Es wäre für sie ein außerordentlicher Erfolg, wenn nach einer Schadenersatzforderung in Millionenhöhe am Ende einige zehntausend Mark herumkommen würden." Das wichtigste am Rückzug der Revision ist für Prokop ein ganz anderer Fakt: "Die IAAF hat damit eingeräumt, daß kein Leichtathlet länger als zwei Jahre gesperrt werden darf." Gyulai sieht das etwas anders."So einfach ist das nicht.Aber in der IAAF wird an einer neuen Regelung gearbeitet, die mehr Chancengleichheit bietet", sagt der Generalsekretär des Weltverbandes. Fakt ist, daß die IAAF zuletzt eine ganze Reihe von Athleten nur für zwei Jahre vom Wettkampf ausgeschlossen hat, obwohl offiziell die Vier-Jahres-Sperre noch besteht.Darunter befanden sich auch zwei deutsche Doping-Sünder: Die ab Mitte März wieder startberechtigte Weitspringerin Susen Tiedtke (jetzt LG Hof) und der seit Oktober wieder laufende Langstreckler Martin Bremer (nun Korschenbroich). Fünf Jahre dauert mittlerweile der Hürdenlauf von Katrin Krabbe durch die Instanzen in zwei Doping-Fällen schon an, und ein Ende ist nun noch nicht abzusehen.Die Sperre war bereits am 23.August 1995 abgelaufen, die mitgesperrte Grit Breuer wurde im Vorjahr Hallen-Europameisterin über 400 m und gewann in Atlanta mit der deutschen Staffel nach einem phantastischen Rennen als Schlußläuferin die olympische Bronzemedaille.Katrin Krabbe, verheiratete Zimmermann, dreifache Europameisterin von 1990 in Split noch für die ehemalige DDR und ein Jahr später Weltmeisterin über 100 und 200 m im vereinten deutschen Team, hat nach der Geburt ihres Sohnes Bruno ein sportliches Comeback schon lange aus den Augen verloren."Ich gebe keine Ruhe und ziehe das durch", hatte die Inhaberin eines Sportartikel-Geschäftes zur Auseinandersetzung mit IAAF und DLV gesagt.

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