Ein Titel für Berlin : Die Eisbären spielen und feiern meisterlich

Durch einen 4:2-Sieg bei der Düsseldorfer EG sichern sich die Eisbären ihren vierten Meistertitel in fünf Jahren. Zuvor haben sie ein dramatisches Finalspiel gedreht. Liebe Leser, diskutieren Sie mit!

Claus Vetter[Düsseldorf]
270193_0_5e0f44ac.jpg
Am Tag danach. Stefan Ustorf präsentiert in Berlin die Meistertrophäe.Foto: dpa

Da schunkelten sie sich ein im Dome von Düsseldorf, die Fans der DEG, wie sich das gehört zur Melodie des Altbierliedes - vor dem vierten Finalspiel um die deutsche Eishockeymeisterschaft. Denn danach hatte es sich ausgeschunkelt in Düsseldorf: Als die Schlusssirene erklang, feierten nur noch die Eisbären Berlin und ihre 600 mitgereisten Fans unter den 13.376 Zuschauern. Zu Recht. Die Eisbären sind am Mittwoch zum vierten Mal in nur fünf Jahren Deutscher Meister geworden – nach einem Spiel, das sie eindrucksvoll gedreht haben. Die Berliner siegten 4:2 (0:1, 1:1, 3:0) nachdem die DEG schon 2:0 geführt hatte und gewannen die nach dem Modus Best-of-five gespielte Finalserie somit 3:1.

Mit Spielende stürmten sämtliche Eisbären-Spieler im Eiltempo auf das Eis. Nachdem die Jubeltraube dann abgenommen hatte, konnten die offizielle Zeremonie und vor allem die Feierlichkeiten samt Pokalübergabe beginnen. Interessanter Weise gab es für die Sieger auf dem Eis zunächst keinen Champagner sondern ein gepflegtes Pils – eigentlich ein Affront in der Altbierstadt.

Der Abend hatte mit einer von Rockerin Doro Pesch vorgetragenen Version der deutschen Nationalhymne schon recht schwungvoll begonnen. Das Spiel begann dann allerdings genauso, wie es für die Eisbären nicht beginnen durfte. Seltsamer Weise wirkte die DEG viel weniger nervös als der Gast aus Berlin, der nicht unter dem Druck stand, bei einer Niederlage schon den Kampf um die Meisterschaft zu verlieren. Mit ein wenig Glück hätten die Eisbären aber in Führung gehen können, doch Richie Regehr traf nur den Pfosten. Wenig später erhoben sich die Zuschauer erstmals von ihren Sitzen, der Dome bebte. Das Gebäude überstand den Statiktest. Die Eisbären aber kamen ins Wanken, nachdem Adam Courchaine zum 1:0 für die DEG getroffen hatte.

Unbehelligt vom staunend zuschauenden Berliner Verteidiger Brandon Smith konnte Düsseldorfs Torjäger Eisbären-Torwart Rob Zepp ausspielen. Überhaupt waren die Düsseldorfer bei ihren flink vorgetragenen Kontern lange gefährlicher als die Berliner, bei denen Alexander Weiß nach einem Alleingang kläglich an Düsseldorfs Torwart Jamie Storr scheiterte. Zudem kassierten die Eisbären anfangs zu viele Strafen, überstanden dabei aber immerhin eine zweiminütige 3:5-Unterzahl. Im zweiten Drittel hatten sie dann zudem noch das Glück, dass Courchaine mit einem Penalty an Zepp scheiterte. Danach wurden die Berliner dann mutiger, zogen endlich ihr Spiel durch. Daraus resultierten gute Chancen von Frank Hördler und Stefan Ustorf, der Puck landete aber jeweils im Fanghandschuh von Storr. Die Düsseldorfer machten es dann ein wenig später besser. Nach einem Konter legte Courchaine den Puck elegant ins linke obere Berliner Toreck. Es war bereits das zwölfte Play-off-Tor des Kanadiers und nun schien es nicht gut bestellt um die Eisbären, denen aber gleich in Gestalt von Tyson Mulock die passende Antwort einfiel, der Kanadier verkürzte nur eine Minute nach dem zweiten Düsseldorfer Tor auf 1:2.

Wie schon beim ersten Finalspiel in Düsseldorf am Sonnabend, verlegten sich nun auch die Düsseldorfer Stürmer aufs Verteidigen. Selbst bei eigener Überzahl war die DEG im Wesentlichen damit beschäftigt, den Puck vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Düsseldorfer Unlust auf ein schönes Eishockeyspiel bestraften die Eisbären bierernst: Anfangs des letzten Drittel traf ausgerechnet der mit einer schweren Fußverletzung spielende Steve Walker im Powerplay zum 2:2. Und ab nun spielten nur noch die Eisbären. Wiederum bei Berliner Überzahl hämmerte Andy Roach den Puck ins Düsseldorfer Tor. Nathan Robinson gealng wenig später dann sogar das 4:2 für die Eisbären und Roach vergab sogar noch einen Penalty für die Eisbären, die am Mittwoch in Düsseldorf eindrucksvoll demonstrierten, warum sie die beste deutsche Eishockeymannschaft sind und sich ihren Titel verdienten. Und zu den bis in die Morgenstunden dauernden Siegesfeierlichkeiten gab es dann doch noch eine größere Auswahl an Getränken für die Eisbären als unmittelbar nach dem Spiel im Düsseldorfer Dome.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben