Sport : Ein Tor fehlt

Die Füchse verlieren in Gummersbach 27:29 und verpassen im Fernduell mit Großwallstadt den EHF-Cup

von

Berlin - Was haben sie gebangt und gezittert. Bis zur letzten Sekunde noch auf die erlösenden Treffer des THW Kiel im Fernduell gegen Großwallstadt gehofft, aber letztlich blieb es bei der Hoffnung. Die Füchse werden in der kommenden Saison nicht im Europapokal spielen. Nicht nur ihre 27:29 (13:14)-Niederlage beim VfL Gummersbach war gestern Nachmittag dafür maßgebend, sondern dass der TV Großwallstadt dem neuen Deutschen Meister THW Kiel nur mit 24:27 (9:14) unterlegen war. Mit einer um zwei Treffer besseren Tordifferenz war der TV am letzten Bundesligaspieltag in den Kampf um Platz acht gegangen, der gerade noch einen Europacupplatz bedeutet. Nach 34 Spieltagen brachte ein Vorteil von nur einem Treffer den internationalen Startplatz für Großwallstadt. Dementsprechend enttäuscht reagierten die Füchse, welche die Saison als Neunter beendeten. „Das ist schon bitter“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson, „das Team hat gekämpft und wurde letztlich für eine sehr gute Saison nicht belohnt. Das hätte unserer bisherigen Entwicklung die Krone aufgesetzt.“

Dabei war es der Berliner Handball-Bundesligist, der über weite Strecken im Kampf um den heiß umkämpften achten Tabellenplatz im Vorteil war. Füchse-Geschäftsstellenleiter Stefan Güter, der per Liveticker auf dem Handy die Zwischenstände beim Spiel in Aschaffenburg zwischen Großwallstadt und Kiel verfolgte, hatte lange Gutes zu vermelden. Nicht nur, weil die Füchse einen sehr guten Start in der Eugen-Haas-Halle mit 8:4 (13. Minute) hinlegten. Auch die Kieler bekamen nach anfänglichen Schwierigkeiten den TV immer besser in den Griff. Die Füchse befanden sich noch fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff (10:10) auf EHF-Cup-Kurs, weil der THW parallel mit drei Toren führte. Selbst einige turbulente Szenen, die zu Zeitstrafen für Torhüter Silvio Heinevetter und Kreisläufer Torsten Laen geführt hatten, richteten keinen richtigen Schaden an. Schließlich dominierte Kiel den Gegner, die Meisterschaft immer vor Augen.

Als dann die Füchse, die über längere Zeit auf ihren Spielmacher Bartlomiej Jaszka verzichten mussten, nach dem Wiederanpfiff durch Ivan Nincevic wieder ausgleichen konnten, war für sie der Traum vom Europacup plötzlich wieder realitätsnah. Aber Großwallstadt kämpfte unverdrossen weiter, ließ sich vom THW nicht vorführen. Einmal lag der TV dann doch mit sechs Treffern zurück (17:23/48), zu diesem Zeitpunkt sprach mit 22:25 noch alles für die Füchse. Aber spätestens da verwaltete Kiel nur noch die Führung. Großwallstadt aber fightete um jeden Treffer, war beim 23:26 gegenüber den Füchsen wieder im Vorteil. Auch eine Auszeit von Dagur Sigurdsson in der 57. Minute konnte die Wende nicht mehr herbeiführen, der sechste Treffer durch Michal Kubisztal (26:29) und ein Tor von Ivan Nincevic zum 27:29-Endstand blieben wirkungslos. Zu diesem Zeitpunkt hatte der TV noch knapp fünf Minuten zu spielen und war über den Ausgang in Gummersbach bestens informiert. So konnte Großwallstadt eine Punktlandung hinlegen. „Diese Mannschaft hat sich den Europacupplatz redlich verdient, Glückwunsch“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Er versprach für die kommende Saison einen erneuten Angriff der Füchse. Hartmut Moheit

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben