Sport : „Ein Tor würde dem Spiel gut tun“

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Es ist ja nicht unüblich, dass bei einem Spiel von Real Madrid auf spektakuläre Art ein Tor fällt, aber damit hatte niemand rechnen können. Am 1. April 1998 sollte Real – wie heute – gegen Borussia Dortmund antreten. Doch kurz vor Anpfiff hatten RealFans ein Tor umgerissen. Hektisch versuchten Handwerker, das Gestänge aufzurichten, ohne Erfolg. Eine Absage drohte – bis ein Real-Fan mit seinem LKW zum Trainingsplatz fuhr, ein Tor auflud, und von der Polizei begleitet zum Stadion zurückraste. Günther Jauch und Marcel Reif nutzten die Zeit zum Spontan-Dialog, für den die RTL-Leute später den Bayerischen Fernsehpreis erhielten. Auszüge :

Reif : „Ich dachte wir können hier ein bisschen Fußball gucken. Stattdessen kriegen wir einen Heimwerkerkurs. Ach, jetzt steht hier auch noch das Wasser, sind wir schon bis aufs Grundwasser gekommen?“

Jauch : „Danke an den Heimwerker und Hilfsdiplomingenieur Marcel Reif. Das erste Tor ist in der nullten Minute gefallen.“

Reif : „Aber haben wir nicht früher, als ganz junger Mensch, auf ein Tor gespielt, und drei Ecken waren ein Elfer?“

Jauch : „Aber jetzt nimmer. Da merken sie, sie müssen selber Hand anlegen.“

Reif : „Guck in der Mitte der!“

Jauch : „Wo?“

Reif : „Der mit der dunklen Krawatte. Der das Ganze leitet. Achtung, schau, jetzt. Bedenken, ich kann nur warnen …“

Jauch : „Abwehrende Handbewegung!“

Reif : „Kommission einsetzen …“

Jauch : „Wir brauchen unbedingt ein schnelles Tor.“

Reif : „Das würde dem Spiel gut tun.“

Immerhin: Real hat gelernt. Heute stehen drei Ersatztore bereit. Text: dapo, Foto: dpa

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