Sport : Ein Tormann sieht Rot

In Unterzahl siegt Dortmund im Ligapokal gegen Stuttgart mit 1:0

Oliver Trust

Aalen. Hinterher suchte Michael Zorc gleich zu beschwichtigen. „Es war kein bösartiges Foul, er hat ihn doch nur festgehalten“, sagte der Sportmanager von Borussia Dortmund. Der BVB warb auf diese Weise für mildernde Umstände für Jens Lehmann. Der Dortmunder Torwart genießt schließlich aufgrund mannigfaltiger Eskapaden in der Vergangenheit nicht den besten Ruf. Und dass er im Liga-Pokal-Halbfinale gegen den VfB Stuttgart schon nach einer Viertelstunde wegen einer Notbremse an Kevin Kuranyi die Rote Karte sah, trägt sicher auch nicht zur Besserung seines Images bei. Lehmanns Mannschaft, 75 Minuten lang mit Roman Weidenfeller im Tor, blieb vor 11 211 in Aalen in Unterzahl ganz cool und zog mit einem 1:0 (1:0)-Sieg ins Ligapokal-Finale ein, in dem am 28. Juli in Mainz der Sieger der Partie heute zwischen Bayern München und dem Hamburger SV der Gegner sein wird.

Lehmann, der in seiner Laufbahn damit schon den fünften Platzverweis hinnehmen musste, wird dann nicht dabei sein. Er ist gesperrt, darf aber zum Bundesligastart am 2. August gegen Schalke 04 höchstwahrscheinlich wieder zwischen die Pfosten. Lehmanns Notbremse blieb auch im Spiel ohne gravierende Folgen. Der VfB Stuttgart bekam zwar einen Elfmeter zugesprochen, aber den setzte Horst Heldt an den Pfosten. „Der war gut geschossen“, nahm VfB-Kotrainer Krassimir Balakow den Schützen sogar noch in Schutz.

Die Stuttgarter, in der abgelaufenen Bundesligasaison in der Tabelle immerhin vor den Dortmundern platziert, wussten mit ihrer Überzahl wenig anzufangen. Relativ einfach und nach bewährter Methode spielten die Dortmunder kurz vor der Pause ihr Führungstor heraus: Flanke von außen, diesmal von rechts von Guy Demel, und in der Mitte stieß Jan Koller den Ball mit dem Kopf über die Linie.

Die Stuttgarter bemühten sich danach zwar redlich um den Ausgleich, brachten die geschickt gestaffelte Dortmunder Abwehr aber nur selten in Verlegenheit. Und wenn doch, dann zeigte Roman Weidenfeller, dass er ein überaus solider Vertreter von Jens Lehmann ist.

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