Sport : Ein Torwart sieht Rot

Dortmund – Hannover 0:1

Felix Meininghaus

Dortmund - Spiele in der 2. Runde des DFB-Pokals gehören gemeinhin nicht zu den Perlen der Fußballkultur. Insofern ist es verständlich, dass die Mehrzahl der Plätze in der riesigen Betonschüssel des Dortmunder Stadions bei der Begegnung gegen Hannover 96 leer blieben. Wenn jedoch die berühmte gelbe Wand der Südtribüne so viele Lücken aufweist wie gestern Abend, kann etwas nicht stimmen mit der Befindlichkeit beim BVB. Die Dortmunder rafften sich nach der blamablen Leistung beim 1:1 gegen Bochum zwar zu einer zumindest kämpferisch anständigen Vorstellung auf, verloren jedoch 0:1 (0:0), weil sie nach einer Roten Karte für Torhüter Roman Weidenfeller fast eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren mussten.

Die Position des in die Kritik geratenen Trainers Bert van Marwijk wird durch den neuerlichen Rückschlag weiter geschwächt. Wie lange der Holländer in Dortmund noch auf der Bank sitzt, ist unklarer denn je.

Etwas mehr als eine Halbzeit lang knüpften die Gastgeber vor 29 000 Zuschauern an das dürftige Niveau vom Freitag an. Das schwarz-gelbe Ensemble verfällt bei seiner Suche nach Sicherheit in eine Lethargie, die sich in statischem Fußball bar jeder Torgefahr manifestiert. Und dann wurde auch noch Weidenfeller Anfang der zweiten Halbzeit vom Platz geschickt, weil er bei einer Rettungstat außerhalb des Strafraums die Hand zur Hilfe genommen hatte. Fortan kam wenigstens etwas Leidenschaft in die fade Vorstellung.

Die Hannoveraner suchten fortan vehement die Entscheidung. Die fiel in der 86. Minute, als Vahid Hashemian Dortmunds Abwehr einschließlich Ersatztorwart Sören Pirson ausspielte und zum 1:0 einschob. Schiedsrichter Felix Brych sorgte danach noch mal für Aufregung, als er einen vermeintlichen Foulelfmeter, verursacht an Dede, nach Befragung seines Linienrichters zurücknahm. Eine richtige Entscheidung, wie die Fernsehbilder zeigten: Der Brasilianer war allzu leicht gefallen.

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