Sport : Ein Treffer nach dem anderen

Albas Basketballer spielen erst gehemmt, dann gelingen ihnen beim 83:50 gegen Göttingen 33 Punkte hintereinander.

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Berlin - Das Grinsen wollte gar nicht mehr aus den Gesichtern der Spieler verschwinden. Ein Wurf nach dem anderen ging vor 10 228 Zuschauern in den Korb, rekordverdächtige 33:0 Punkte erzielten die Basketballer von Alba Berlin in Serie. Doch dann traf ein Göttinger einen Dreipunktewurf, das Grinsen verschwand. „Das hat uns richtig geärgert“, sagte Spielmacher Heiko Schaffartzik trotz des 83:50 (42:35)-Sieges zum Ende der Bundesliga-Hinrunde, die Alba auf Platz vier abschließt.

Dabei hatte der Gast vom Tabellenende zuvor ganze zwölfeinhalb Minuten keinen einzigen Punkt erzielt. „Während des Laufs standen bei uns fünf Spieler auf dem Platz, die bereit waren zu verteidigen“, lobte Schaffartzik sich (zwölf Punkte), Torin Francis (22 Punkte insgesamt, zwölf Rebounds), Bryce Taylor (15 Punkte), Sven Schultze und Kyle Weaver (11 Rebounds). DaShaun Wood gehörte nicht dazu: Der nominelle Star traf keinen von acht Würfen aus dem Feld, zog kaum zum Korb, am Ende gab er nur eine Vorlage und erzielte einen Punkt – ohne ihn lief es besser. „Man lässt eben die spielen, die überzeugen“, sagte Trainer Gordon Herbert knapp.

In der ersten Halbzeit war Wood nicht der einzige Berliner, der enttäuschte. Da hatte Alba zwar durchgehend geführt, ohne sich abzusetzen, aber gehemmt gespielt. Nur Derrick Allen, der vor Spielbeginn aus der Startformation geflogen war, hielt die Berliner mit 14 Punkten in der ersten Halbzeit (16 am Ende) im Spiel. „Es war durchwachsen“, sagte Schaffartzik. „Sie haben uns mit Arbeitseinsatz unter dem Korb dominiert“, sagte Gordon Herbert. Sinnbildlich für die Leistung der Göttinger stand Center Raymond Sykes: 16 Rebounds holte er, davon zehn unter Albas Korb – aber vor allem nach seinen Fehlwürfen.

Die Göttinger, vergangene Saison noch Playoff-Teilnehmer und Eurocup-Viertelfinalist, zeigten, warum sie nach dem Abgang ihres Trainers John Patrick ans Tabellenende gestürzt sind. Sie kämpften, trafen aber nur 28 Prozent ihrer Würfe. Auch bei den Berlinern lief es nicht optimal. „Ich habe den Spielern in der Halbzeit gesagt, dass ich unzufrieden mit unserem Einsatz, unser Abwehr- und Reboundarbeit bin“, sagte Herbert. Die Worte fruchteten, die Berliner stellten „mehr Wege zu“ und waren „enger am Mann“, wie Schultze feststellte. Das reichte, um Göttingen völlig zu verunsichern. Zwischendurch, beim 81:40, betrug die Führung 41 Punkte. Damit hat Alba die Mini-Krise, als drei Spiele in Folge verloren gingen, hinter sich gelassen. Dominik Bardow

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