Sport : Ein Trio fährt allen davon

In der Formel 1 zeichnet sich ein Dreikampf um den Titel zwischen Vettel, Webber und Alonso ab.

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Foto: dapd

Seit Saisonbeginn ist von der ausgeglichensten Formel-1-Weltmeisterschaft seit ewigen Zeiten die Rede. Das stimmt teilweise immer noch. Was den Kampf um den Fahrer-WM-Titel angeht, scheint sich nach neun von 20 Rennen allerdings eine Tendenz abzuzeichnen: Drei Kandidaten dürften den Titel am Ende unter sich ausmachen. Denn so konstant, wie die beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber sowie Fernando Alonso im eindeutig wieder erstarkten Ferrari an der Spitze fahren, dürften sich die anderen schwertun, noch in den Titelkampf einzugreifen. Alonso führt die Fahrerwertung mit 129 Punkten an, Webber (116) und Vettel (100) folgen.

Sebastian Vettel will noch nicht von einem Dreikampf sprechen. „Daran glaube ich noch nicht wirklich. Natürlich muss man Mark und Fernando im Auge haben, aber man darf Lewis Hamilton nicht vergessen“, sagte Vettel nach seinem dritten Platz in Silverstone. Der Titelverteidiger glaubt, dass noch eine ganze Reihe Fahrer Chancen auf den Titel haben. „Auch wenn Mercedes nun ein bisschen weiter weg ist, könnte auch Nico Rosberg noch eine Rolle spielen“, sagte Vettel. „Es ist noch eine lange Saison – und man hat in den ersten Rennen gesehen, wie viel passieren kann. Im Moment spricht nicht viel dafür, dass sich das in den nächsten Rennen ändern wird.“

Mercedes war zuletzt aus eigener Kraft nicht mehr unbedingt bei den Allerschnellsten dabei, auch die Tendenz bei McLaren zeigt zumindest momentan eindeutig nach unten. Die Plätze acht und zehn für Hamilton und Button beim Heimrennen, vor dem man sich eigentlich selbst als Favorit gesehen hatte, waren mehr als nur eine Enttäuschung. Nicht umsonst fordert Hamilton inzwischen lautstark ein grundsätzliches Überdenken des McLaren-Designs. Auf die Frage, ob das aktuelle Auto nicht vielleicht ein von Grund auf fehlerhaftes Konzept aufweise, antwortete er: „Diese Worte werde ich zwar nicht benutzen, aber es stimmt schon, dass man sich die Autos einmal im Detail ansehen muss. Und wenn man das tut, muss ich feststellen, dass unser Auto anders aussieht als all die anderen.“ Gemeint ist damit ganz klar die beim McLaren nicht vorhandene Stufennase. Als einziges Team neben Nachzügler Marussia hatten die Briten auf Grund eines ohnehin tieferliegenden Chassis bereits im Winter auf das neue Design verzichtet.

Sebastian Vettel hat einen seiner härtesten Konkurrenten wieder einmal im eigenen Team. Noch ist der Weltmeister aus Heppenheim die Nummer eins bei Red Bull, der Australier Mark Webber scheint in dieser Saison aber wieder stärker zu sein als im vergangenen Jahr, als er mit der Kombination aus Auto und Reifen nicht besonders gut zurechtkam und zeitweise deutlich gegen Vettel abfiel. Jetzt bewegt er sich eher auf dem Niveau von 2010, als er lange Zeit zumindest annähernd mit Vettel mithalten konnte und unter bestimmten Umständen sogar manchmal schneller war. Dass er derzeit 16 Punkte vor dem Deutschen liegt, hat er freilich auch Vettels Ausfall in Valencia zu verdanken; Der Lichtmaschinendefekt kostete den Heppenheimer dort schließlich einen sicheren Sieg und 25 Zähler.

Vettel, der die sportliche Herausforderung liebt, freut sich schon auf die Fortsetzung des Dreikampfes in zwei Wochen bei seinem Heim-Grand-Prix in Hockenheim. Bislang geht das Spitzentrio sehr fair miteinander um. „Zu verbissen darf man das auch nicht sehen“, sagt Sebastian Vettel.

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