Sport : Ein Urlaub auf Ibiza

Wie der 1. FC Union zu Thomas Sobotzik kam

Karsten Doneck

Es geschah auf Ibiza, im Urlaub. Auf dem Hotelflur begegneten sich die beiden Männer, Kontakt war schnell hergestellt. Man kannte sich schließlich, vom Fußball her. Mirko Votava, Trainer des Zweitligisten 1. FC Union, und Thomas Sobotzik, seines Profi-Daseins bei Rapid Wien überdrüssig, wohnten im selben Hotel. „Wir sind uns einfach über den Weg gelaufen“, sagt Sobotzik. Das war vor drei Wochen. Zwischen zwei Strandbesuchen fragte Votava unverbindlich bei Sobotzik an, ob der sich nicht vorstellen könne, bei Union zu spielen. Er konnte. „Meine Karriere war in der Sackgasse, ich wollte weg aus Österreich“, sagt Sobotzik. Gestern unterschrieb der 28-jährige Mittelfeldspieler beim 1. FC Union einen Zweijahresvertrag.

Obwohl er bei seinem bisherigen Arbeitgeber Rapid Wien noch einen Vertrag bis 2004 besaß, kommt er ablösefrei nach Köpenick. Einfacher Grund für das Entgegenkommen der Wiener: Rapid muss sparen, und Sobotzik, der in der Bundesliga unter anderem für Frankfurt und Kaiserslautern spielte, stand bei den Österreichern „im oberen Drittel der Gehaltsliste“, wie er selbst sagt. Auch Union muss tief in die Tasche fassen, um das Gehalt des Neuen zusammenzukratzen. So tief, dass Heiner Bertram jetzt den Einstellungsstopp verkündet. „Wir haben unser Geld, das wir einsetzen konnten, ausgegeben. Jetzt ist Ende“, sagt der Präsident. 21 Profis sollte der Kader für die neue Saison ursprünglich umfassen, nun werden es nur 20 sein.

Nach Wien war Sobotzik übrigens von Lothar Matthäus gelotst worden. Der trainierte Rapid mal kurzzeitig. „Wir halten bis heute Kontakt, telefonieren ab und zu mal“, sagt Sobotzik. Dass Matthäus aus Wien mit Schimpf und Schande verjagt wurde, empfindet Sobotzik als ungerecht. „Für Deutsche ist es bekanntermaßen in Österreich nicht so einfach. Matthäus hat viel verlangt, das konnten und wollten viele Spieler nicht geben.“

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