Sport : Ein Video, das Mut machte

Trainer Rasmussen will es mit Flensburg endlich wissen

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Berlin (–cc–). Erik Veje Rasmussen sagte kürzlich einen Satz, für den ihn im hohen Norden die Fans am liebsten geherzt hätten. „Wenn nichts Besonderes passiert, dann werden wir diesmal endlich Meister“, sagte Rasmussen. Gewissermaßen als Abschiedsgeschenk. Denn nach dieser Saison wird Rasmussen nach fünf Jahren als Trainer bei der SG FlensburgHandewitt über die nahe Grenze hinweg in seine dänische Heimat zurückkehren.

Inzwischen ist Rasmussen skeptisch geworden, ob er sich, der Mannschaft und den Fans den Wunsch erfüllen kann. Denn es ist etwas Besonderes passiert. Zwar legte der sonst meist übermächtige Nachbar THW Kiel einen so eklatanten Fehlstart hin, dass er für den Meistertitel in der Handball-Bundesliga nicht mehr in Frage kommt. Aber noch ehe der ewige Zweite so richtig frohlocken konnte, hatte sich eine andere Übermannschaft etabliert: TBV Lemgo. 30:0 Punkte lautete deren Konto, ehe die Flensburger gestern Abend im Lippischen ihr Gastspiel gaben (bei Redaktionsschluss dieser Seite war die Partie noch nicht beendet).

Rasmussen, gelernter Jurist und Pädagoge, vierfacher Vater, sah sich dieser Tage immer wieder ein Video an, das ihm Hoffnungen machte. Auf dem war nämlich zu sehen, wie der TBV Lemgo bezwungen werden kann. Freilich nur im Pokal. Dass der Rivale THW Kiel das Kunststück mit 32:30 fertig brachte, schmerzte zwar ein wenig, doch das war zu verkraften. Vor allem machte das Video Mut. Den versuchte Rasmussen auch seinen Spielern um Jan Holpert, Mark Dragunski und Jan Fegter zu vermitteln.

Dass Rasmussen kürzlich seinen Rücktritt ankündigte, kam für den Spielervermittler Gerd Butzeck nicht überraschend. „Erik Veje Rasmussen muss bei den optimalen Verstärkungen in diesem Jahr Meister werden. Sollte er die Tabellenspitze aus den Augen verlieren, muss er gehen“, sagte er schon vor Saisonbeginn. Ein Abgang ohne Meistertitel wäre für Rasmussen sicher schmerzlich. Dann müsste er sich mit der Erinnerung trösten. An 1040 Tore in 235 Länderspielen, an zwei deutsche Meistertitel als Spieler und zwei Europacupsiege als Trainer.

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