Sport : Ein Vorgeschmack von Leichtigkeit

Bier aus Flaschen und Früchte in Tüten: Der Confed-Cup zeigt, dass es in den WM-Stadien nicht nur Bratwürste geben soll

André Görke,Robert Ide

Berlin - Der Trick ist ganz einfach: Wer beim Confed-Cup in der Halbzeitpause kein amerikanisches Bier trinken möchte, sollte an den Verkaufsständen ein frisch gezapftes Pils bestellen. Dann fließt Bitburger aus dem Hahn. Das Getränk von Anheuser Busch wird „während des gesamten Turniers aus Flaschen in Becher umgefüllt“, wie Firmensprecher Dan Pierce die Erlebnisse von Fans an den Verkaufsständen bestätigt. Den Trick mit dem deutschen Bier kennt allerdings kaum ein Stadionbesucher. An den Kiosken wirbt nur Anheuser Busch, der US-Sponsor des Turniers.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Sommer wird das wieder so sein. Bitburger hat auch für dieses Turnier eine Kooperation mit Anheuser Busch vereinbart. Beim Confed-Cup bekommen die Fans darauf einen Vorgeschmack: Anheuser Busch, das WM-Organisationschef Franz Beckenbauer bereits als „leichtes Bier“ klassifiziert hat, besitzt 70 Prozent der Ausschankrechte, Bitburger den Rest. „Die verwendeten Becher sind neutral“, sagt Sandra Werwie von Bitburger.

Mehr als 50 000 Getränke werden im Schnitt bei einem Fußballspiel verkauft. Wieviel Bier darunter ist, wollen die beteiligten Firmen nicht verraten. Insgesamt rechnen Experten mit mehr als 2500 Hektoliter Bierverbrauch während des Confed-Cups. Ob der Absatz des amerikanischen Biers vergleichsweise hoch oder niedrig ist, soll allerdings geheim bleiben. „Unsere Firmenpolitik sieht vor, keine Verkaufszahlen zu veröffentlichen“, sagt Pierce.

Dennoch, auch bei Getränken und Speisen zeigen sich beim Testturnier in sechs WM-Stadien erste Abläufe und Probleme im Hinblick auf die Weltmeisterschaft. So haben Tests des Caterers Aramark ergeben, dass Fans zuweilen 20 Minuten an den Kiosken warten müssen. „In dieser Frage wollen wir überlegen, wie wir uns verbessern können“, sagt Susanne Scherf von Aramark. Abhilfe könnte schon eine bessere Beschilderung in den Stadien schaffen. In der Arena in Frankfurt am Main, in der am kommenden Mittwoch das Finale des Confed-Cups ausgetragen wird, drängeln sich viele Fans an den Verkaufsständen im unteren Stadionstockwerk. Im oberen Umlauf gibt es dagegen viele leere Stände, von denen viele Besucher offenbar nichts wissen. Auf den Rängen werden auch mobile Verkäufer eingesetzt; deren Anzahl ist allerdings aus Sicherheitsgründen begrenzt.

Intern müssen die Versorger bis zum Beginn der WM im Juni 2006 noch einige Details klären. So werden weitere Kühlmöglichkeiten an den Kiosken gebraucht, sollte Anheuser Busch weiterhin nur Flaschen anliefern. Das könnte allerdings Probleme mit sich bringen, da nach Auskunft von Organisatoren in den Stadien jeder Quadratmeter bereits verplant ist. Ebenfalls unklar ist, ob Coca Cola, das die nicht-alkoholischen Getränke stellt, bei Spielen Plastikflaschen an die Fans abgeben darf.

Über das Kaufverhalten der Kunden haben die Caterer immerhin schon erste Aufschlüsse erhalten: So seien beim Confed-Cup mehr Erwachsene in den Stadien als bei Spielen der Fußball-Bundesliga. „Da wird natürlich mehr Bier getrunken, vor allem wenn die Spiele spätabends angepfiffen werden“, sagt Aramark-Sprecherin Scherf. Der Renner beim Essen sei aber wie im Alltagsbetrieb die Bratwurst, 320 000 sollen beim Confed-Cup verkauft werden.

Ob sich die diesmal angebotenen regionale Produkte – Reibekuchen in Köln, Schinkengriller in Hannover und Leberkäse in Nürnberg – bewährt haben, wird erst nach dem Turnier entschieden. Auch McDonald’s will dann prüfen, ob die in Frankfurt verkauften Fruchttüten und Salate den Geschmackstest der Fans bestanden haben. Zum eher leichten amerikanischen Bier passen sie jedenfalls.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben