Sport : Ein Warnschuss

Benedikt Voigt

Es war knapp. Nur durch einen Warnschuss hat sich ein Zivilpolizist am Sonntag in Leipzig vor einer gewaltbereiten Meute Hooligans retten können. Er hatte um sein Leben gefürchtet. Der Weg bis zu einem getöteten Polizisten wie in Catania scheint nicht mehr weit.

Italienische Verhältnisse rücken in Deutschlands Fußballstadien näher. Zwar gibt es bedeutende Unterschiede: Deutsche Erst- und Zweitliga-Arenen sind sicherer und besser überwacht, die Gewalt findet in unterklassigen Stadien statt. Trotz Robert Hoyzer ist das deutsche Fußballsystem nicht korrupt und muss nicht mafiöse Elemente bekämpfen. Trotzdem sind italienische Verhältnisse nicht weit entfernt. Die Leipziger Hooligans haben aus den Ereignissen von Catania offenbar einen fatalen Schluss gezogen: Das können wir auch.

Damit sie das auch in Zukunft nicht können, müssen Fußballverbände, Vereine und Behörden enger zusammenarbeiten. Gewaltbereite Fans müssen durch Stadionverbote vom Fußball ferngehalten werden. Es darf auch nicht sein, dass die Leipziger Täter, die 36 Polizisten verletzt haben, bereits einen Tag später auf freien Fuß gesetzt werden. Zu Recht überlegt DFB-Chef Theo Zwanziger, Stadien ganz zu schließen. Durch Drohungen wie diese muss den betroffenen Dritt- und Viertligisten bewusst werden, dass es sich langfristig mehr lohnt, Geld in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren als in einen Stürmer. Das bringt vielleicht nicht den ersehnten Aufstieg. Aber es kann vor einem unrühmlichen Ende bewahren.

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