Sport : Ein WM-Souvenir für Real Große Versprechen vor der Präsidentenwahl

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Madrid - Es ist eine günstige Fügung des Schicksals, dass die Fußball-Weltmeisterschaft just in die Zeit der Präsidentenwahlen bei Real Madrid fällt. Getreu dem ungeschriebenen Gesetz, dass der neue starke Mann beim vielleicht berühmtesten Verein der Welt auch ein adäquates Antrittsgeschenk mitzubringen hat, sondieren die fünf Kandidaten vor der Wahl am Sonntag das Turnier in Deutschland nach möglichen Optionen. Und so wird beinahe jeder, der während der WM eine einigermaßen ansehnliche Figur abgibt, als potenzielle Mitgift für Real angesehen. Der Wahlsieger tritt die Nachfolge des vor zwei Monaten vom Vorstand gestürzten Klubchefs Fernando Martin an.

Der Jurist Ramon Calderon etwa verspricht, im Falle seiner Wahl Brasilians Star Kaka vom AC Mailand loszueisen sowie den spanischen Jungstar Cesc Fabregas von Arsenal London. Der frühere Präsident Lorenzo Sanz will den niederländischen Verteidiger Khalid Boulahrouz vom Hamburger SV – einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden durch den brutalen Tritt gegen den Portugiesen Cristiano Ronaldo – und den Brasilianer Emerson von Juventus Turin draufpacken, falls er von den 70 000 Mitgliedern gewählt wird. Seine Chancen stehen allerdings sehr schlecht, obwohl er Reals früheren Erfolgstrainer Vicente Del Bosque zurückholen will.

Auch der Uhren-Unternehmer Juan Palacios setzt auf die Rückkehr Del Bosques. Der Anwalt und Ökonom Arturo Baldasano will dagegen Englands Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson als Coach und den früheren Real-Spieler Ulli Stielike als Sportdirektor holen. Als aussichtsreichster Kandidat gilt aber der Unternehmer Juan Miguel Villar Mir. Der 74 Jahre alte Präsident des sechstgrößten spanischen Baukonzerns OHL und frühere Finanzminister tritt gemeinsam mit dem früheren Rallye-Weltmeister Carlos Sainz an, der bei einem Wahlsieg Vizepräsident würde. Villar Mir lockt mit einem großen Namen für den Trainerposten: Arsène Wenger. Mit dem Coach von Arsenal London habe er sich bereits auf einen Vierjahresvertrag geeinigt, heißt es. Der Franzose soll zugleich Sportdirektor werden und damit auch das Sagen in punkto Spielereinkäufe haben. Nicht wenige behaupten, hinter Villar Mirs Kandidatur stehe eigentlich der frühere Klubchef Florentino Perez, der zwar die Kassen Reals füllte, im Sportlichen aber letztlich versagte. Seit drei Jahren hat Real keinen Titel mehr geholt. dpa

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