Sport : Ein Zeichen wird fällig

Karsten Doneck

An der Einkaufspolitik gibt es wenig zu mäkeln. Van Buyten und Boulahrouz wurden für mehr als 20 Millionen Euro verkauft. Sie wurden durch Kompany und Mathijsen ersetzt; Kostenpunkt: 14 Millionen Euro. Kaufmännisch ist das in Ordnung für einen Klub wie den Hamburger SV, der nicht im Geld schwimmt. Und für Bundesligaverhältnisse verfügt der HSV ja nominell noch immer über eine Topmannschaft. Nur sportlich stimmt die Bilanz nicht.

Fünf Niederlagen in fünf Spielen in der Champions League, dazu Vorletzter in der Bundesliga, im DFB-Pokal an einem Drittligisten jämmerlich gescheitert. Der Missstand lässt sich am einfachsten auf das beim HSV heftig grassierende Verletzungspech schieben: Leistungsträger wie Sorin, van der Vaart, Kompany, Demel, de Jong und Jarolim fielen oder fallen immer wieder langfristig aus. Spielen müssen unerfahrene Kräfte wie Feilhaber, Fillinger oder Klingbeil (letzterer inzwischen auch verletzt). Mittendrin in diesem Dilemma steht Thomas Doll, der Trainer. Dessen größte Trainingsleistung besteht seit Saisonbeginn aus der Kunst, bei seinen Aufstellungen zu improvisieren. Doll klagt nicht. Längst wird über seine Ablösung spekuliert. Würde ein neuer Trainer dem HSV helfen? Der personelle Notstand bliebe doch der alte.

Trotzdem könnte ein Trainerwechsel etwas ändern, insbesondere stimmungsmäßig. Wenn sich der HSV am Samstag nach der zu erwartenden Niederlage gegen den FC Bayern aller Treueschwüre zum Trotz zu diesem Schritt entschließen sollte, wäre das ein Zeichen. Ein Signal, um wachzurütteln, um Aufbruchstimmung zu erzeugen, um den Kampf gegen den Abstieg endlich als solchen zu begreifen. Nötig wird dieses Zeichen langsam.

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