Sport : Ein Zeuge der Aufklärung

Benedikt Voigt

Madonnas Freund oder Ex-Freund, ganz eindeutig ist das derzeit nicht, hat zugegeben, gedopt zu haben. Das wäre seine Privatsache und nicht weiter schlimm, wenn er wie sein Vorgänger bei Madonna Filmregisseur wäre. Doch Alex Rodriguez ist ein Baseballstar, der bei den New York Yankees den mit 272 Millionen Dollar bestdotierten Vertrag der Baseballgeschichte besitzt. Weshalb sich nun alle aufregen in den USA. Sogar Präsident Barack Obama unterbrach seine Pressekonferenz zu Rezession und Außenpolitik, um die Nachricht zu kommentieren. „Deprimierende Neuigkeiten“ nannte der Präsident das Geständnis. Dabei ist es eine freudige Nachricht.

Endlich hat auch der Baseball seinen Kronzeugen. Dass dieser Sport mit Chemikalien verseucht ist wie ein Fluss in der chinesischen Provinz Guangdong, ist längst bekannt. Nur haben die prominentesten Keulenschwinger wie Barry Bonds, Roger Clemens, Sammy Sosa, Mark McGwire oder Rafael Palmeiro selbst klar offensichtliche Dopingsünden geleugnet und lieber hässliche Gerichtsverhandlungen und peinliche Interviews über sich ergehen lassen. Um auch den letzten Naiven zu überzeugen, braucht es geständige Doper wie Erik Zabel (Radsport) oder Marion Jones (Leichtathletik). Sie müssen das bestätigen, was alle ahnen. Dann erst fängt ein Sport an, sich ernsthafter mit diesem Problem zu beschäftigen.

Alex Rodriguez dürfte diese Phase eingeläutet haben. Zum Helden des Antidopingkampfes taugt er aber nicht. Schließlich hat er nur Verfehlungen zugegeben, die vor der Einführung des Dopingkatalogs lagen. Und nicht mehr strafbar sind.

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