Eindhoven - HSV 3:2 : Hamburg zittert sich ins Achtelfinale

Der HSV liegt beim PSV Eindhoven schon mit 0:2 zurück, schafft dann den Ausgleich - und muss in der Schlussphase doch noch zittern.

HSV
Erleichterung. Elia (r.) und Ze Roberto bejubeln mit Mladen Petric dessen Treffer zum 1:2. -Foto: dpa

Der Hamburger SV darf weiterhin vom Europa-League-Finale im eigenen Stadion träumen. Der Fußball-Bundesligist unterlag am Donnerstag im Rückspiel der ersten K.o.-Runde beim PSV Eindhoven 2:3 (0:2), steht aber nach einem 1:0 im Hinspiel dennoch im Achtelfinale. Dort trifft er auf den belgischen Tabellenführer RSC Anderlecht. Mladen Petric (46. Minute) und Piotr Trochowski (79./Foulefmeter) erzielten vor 32.000 Zuschauern im Philips-Stadion von Eindhoven die entscheidenden Tore, nachdem Ola Toivonen (2.) und Balazs Dzsudzsak (43.) die Gastgeber in Führung gebracht hatten. Danny Koevermans machte es mit seinem Treffer in der 90. Minute noch einmal spannend. Dzsudzsak sah in der 57. Minute die Rote Karte wegen einer Unsportlichkeit. Auf Hamburger Seite musste Guy Demel nach Gelb-Rot (74.) vorzeitig unter die Dusche.

Die Partie hatte noch nicht richtig begonnen, das war der Vorsprung der Hanseaten aus dem Hinspiel bereits aufgezehrt. Demel, der der Vorzug vor Jerome Boateng auf der rechten Abwehrseite erhalten hatte, ließ den schnellen Dzsudzsak davonziehen und dessen Hereingabe wurde von der indisponierten HSV-Abwehr nicht unter Kontrolle gebracht. Toivonen nutzte den kollektiven Blackout der Gäste und schoss den Ball ins leere Tor. Danach brodelte das Stadion.

Der Bundesligist zeigte sich schockiert und war lange Zeit von der Rolle. Erst nach rund 20 Minuten fanden die Gäste bei strömendem Regen zu geordneten Aktionen. Der Plan von HSV-Trainer Bruno Labbadia war schon in den ersten Minuten hinfällig. Weil ihm in Torjäger Ruud van Nistelrooy, dem grippekranken Marcell Jansen und dem gesperrten Kapitän David Jarolim drei Leistungsträger fehlten, schickte er eine defensivere Formation mit einem Fünfer-Mittelfeld auf den Rasen. Als einziger Stürmer versuchte sich Mladen Petric zu behaupten.

Schwache erste Halbzeit der Hamburger

Beim PSV lief der Ball wie einstudiert durch die Reihen. Die Gastgeber, die als unbesiegter Tabellenführer der niederländischen Ehrendivision vor allem über eine beeindruckende Organisation in der Defensive verfügen, machten weiterhin Druck und hatten die deutlich besseren Tormöglichkeiten. Mit Fortuna im Bunde waren die Hamburger, als Dennis Aogo bei einem Rettungsversuch kurz vor der Torlinie beinahe ein Eigentor unterlaufen wäre (36.). Doch bei einem Freistoß von Dzsudzsak kurze Zeit später fehlte dem HSV dann das Glück: Petric fälschte den Ball ins eigene Tor ab.

Der Pechvogel selbst wetzte die Scharte unmittelbar nach dem Seitenwechsel aus. Nach einem Steilpass von Trochowski spitzelte der Kroate den Ball mit der linken Fuß über den herausstürzenden PSV-Schlussmann Andreas Isaksson hinweg ins Tor.

Danach kamen Hektik und größere Härte ins Spiel, die in den Platzverweisen gegen Dzsudzsak und Gelb-Rot gegen Demel (74.) ihre unrühmlichen Höhepunkte hatten. Gegen zehn Eindhovener setzten sich die Hamburger, die in der zweiten Halbzeit den offensiveren Jonathan Pitroipa für Defensiv-Mann Robert Tesche brachten, zwar besser in Szene, das Spiel unter Kontrolle konnten sie jedoch nicht bringen. Nachdem Trochowski per Elfmeter den Ausgleich erzielt hatte, wurde es nach Koevermans 3:2 noch einmal eng, aber der HSV brachte das Ergebnis über die Zeit. (dpa)

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