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Eine Ära bei Werder Bremen : Thomas Schaaf - Der Herr der Dinge

16.05.2013 10:20 Uhrvon
Nordisch by Nature. Thomas Schaaf war Werder Bremen. Foto: dpaBild vergrößern
Nordisch by Nature. Thomas Schaaf war Werder Bremen. - Foto: dpa

Maulfaul, aber lange Zeit erfolgreich. 14 Jahre und sieben Tage war Thomas Schaaf Trainer des SV Werder Bremen. Jetzt wird er nicht mehr gebraucht.

Man weiß nicht genau, was Thomas Schaaf am gestrigen Mittwochmorgen gemacht hat. Ob er sich aus lauter Gewohnheit in seinen Dienstwagen gesetzt hat, um sich auf den Weg zu machen Richtung Weserstadion? Dass man das gerade heute nicht weiß, hat damit zu tun, dass Schaaf das 14 Jahre und sieben Tage lang so gehalten und fast nichts anderes gemacht hat, aber seit gestern nicht mehr. Da trennte sich Werder Bremen – wie es hieß – in beiderseitigem Einvernehmen von dem dienstältesten Trainer der Bundesliga.

Am 9. Mai 1999 hatte im Hause Schaaf das Telefon geklingelt. Der damalige Vizepräsident Klaus-Dieter Fischer war in der Leitung.

Der Verein hatte soeben das Missverständnis Felix Magath beendet und musste handeln. Werder steckte im Abstiegskampf. Schaaf, damals Nachwuchstrainer, sagte spontan zu. Weniger weil er glaubte, sich dadurch als Bundesligatrainer zu etablieren. Eher aus Dankbarkeit dem Verein gegenüber, für den er als Elfjähriger erstmals gespielt hatte. Denn Schaaf wusste: Würde er scheitern, wäre es seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich. Er sagte damals sogar den bemerkenswerten Satz: „Im Grunde habe ich heute meine Entlassung unterschrieben.“ Er scheiterte nicht, und es sollte 14 Jahre dauern bis zu seiner Entlassung.

Schaaf schaffte 1999 nicht nur den Klassenerhalt, er gewann wenige Wochen später das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München. Der damals 38-Jährige war zunächst als Interimscoach installiert worden. Doch noch in der Nacht des Finales wurde sein Kumpel, Werders Mittelfeldspieler Dieter Eilts, beim Präsidium vorstellig und drohte: „Entweder Schaaf bleibt Trainer, oder ich höre auf.“ Schaaf blieb, und langsam aber sicher wurde Werder unter ihm wieder das, was der Klub bereits unter seinem Lehrmeister Otto Rehhagel war: ein Spitzenklub.

Das hatte viel mit Schaaf zu tun, aber auch mit seinem kongenialen Partner, Sportdirektor Klaus Allofs.

Schaaf und Allofs galten als Traumpaar. Sie formten eine Mannschaft, die zwar ein wenig Anlauf brauchte, aber dann 2004 das Double holte. Unter anderem hatte der Trainer einen kleinen und angeblich kugelrunden Brasilianer namens Ailton zum Superstar gemacht. Der Trainer galt als Spielerversteher. „Ich habe keine Kurse belegt, aber es ist doch klar, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann. Das gibt einem doch das Leben vor“, sagte er.

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