Sport : Eine andere Liga

Claus Vetter

sorgt sich um die NHL und das amerikanische Eishockey Eine Liga kehrt zurück. Die Eishockey-Liga überhaupt. Ab Mittwoch fliegt in der National Hockey League (NHL) wieder der Puck durch 30 Riesenarenen in Nordamerika. Doch die NHL, die es einmal gab, wird es nicht sein. Ein Jahr Pause hat viel Vertrauen zerstört. Nicht in Kanada vielleicht, aber in den USA. Halbleere Stadien sind dort zu befürchten, ist doch in den USA nur noch für zwei Prozent der Menschen Eishockey Sportart Nummer eins.

Nun hat die NHL zwar versucht, vor der Saison neue Stars aufzubauen.Der 18-jährige Kanadier Sidney Crosby etwa hat mit einem Sportartikelhersteller schon einen Millionenvertrag abgeschlossen, ohne ein einziges NHL-Spiel bestritten zu haben. Doch die Fans werden kaum wegen Crosby ins Stadion strömen. Denn die ganz großen Stars fehlen. Wayne Gretzky steht nur hinter der Bande, Mark Messier hat seine Karriere beendet. Und die Klubs müssen nach der Einführung der Gehaltsobergrenze knausern. Geld für ein paar Weltklassespieler hat jedes Team – mehr aber nicht. So versuchen die Klubs, mit in Europa tätigen Profis ihre Kader aufzufüllen. Carolina bot Derrick Walser vom deutschen Meister Eisbären 75 000 Dollar Jahresgage brutto. Ein Taschengeld, Walser verdient in Berlin viel mehr und winkte ab. Ähnlich machten es russische Profis. In ihrem Land geben Vereine wie Bars Kazan 60 Millionen Dollar für ihr Personal aus – viel mehr, als es ein NHL-Klub nun darf. Finanziell ist die NHL bei ihrer Rückkehr nicht mehr das Maß aller Dinge im Eishockey, sportlich dürfte sie es nach der Pause noch sein. Was aber zur Nebensache werden dürfte, wenn die Fans in den USA nicht wieder in die Stadien strömen. Dann hat die NHL noch größere Probleme als vor der Pause.

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